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Bilanz 2013 : Aurubis: Energie-Umlage gefährdet Investionen

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Der Hamburger Kupferkonzern Aurubis hat ein schwaches Geschäftsjahr hinter sich. Kritisiert wird bei der Vorlage der Bilanz die große Koalition: „Wir haben kaum Planungssicherheit“, sagt Vorstandschef Peter Willbrandt.

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2013 | 14:50 Uhr

Hamburg | Der Kupferkonzern Aurubis sieht durch unklare Vorgaben in der Energiepolitik seine Investitionen in Deutschland in Gefahr. „Ich hatte gehofft, dass wir irgendwann dahin kommen, dass wir uns auf etwas einstellen können und wissen, wo der Weg hingeht“, sagte Vorstandschef Peter Willbrandt in Hamburg. „Wir haben kaum Planungssicherheit und werden in den kommenden Wochen und Monaten auch keine bekommen.“ Dadurch würden Entscheidungen für Investitionen in die deutschen Standorte nicht leichter gemacht.

Aurubis gehört zu den größten Kupferkonzernen der Welt - und zu den energieintensiven Betrieben im internationalen Wettbewerb, die von der Zahlung der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) weitestgehend freigestellt sind. Die Minderbelastung betrage für den Konzern im laufenden Jahr rund 44 Millionen Euro und im kommenden Jahr - bei höheren Sätzen für die EEG-Umlage - vermutlich mehr als 50 Millionen Euro, sagte Willbrandt.

Die EU-Kommission will in einem Verfahren gegen Deutschland prüfen, ob die Befreiung als staatliche Behilfe einzustufen ist. Das müsste Brüssel genehmigen. „Wir halten das nicht für eine Beihilfe, denn wir erhalten ja keine Steuermittel“, sagte Willbrandt. Es handele sich um politisch motivierte Zusatzkosten, die Aurubis nicht an die Kunden weitergeben könne, da der Kupferpreis auf den Rohstoffbörsen ausgehandelt werde. Der Konzern wolle deshalb auch keine Rückstellungen für mögliche Nachzahlungen bilden.

Der Konzern hat das abgelaufene Geschäftsjahr (30. September) mit einem deutlich schlechteren Ergebnis beendet als das Jahr zuvor. Als Ergebnis vor Steuern weist Aurubis 114 (Vorjahr: 296) Millionen Euro aus. Mit einer Kapitalrendite von 6,8 Prozent bleibt das Unternehmen deutlich unter dem eigenen Zielwert von 15 Prozent und kürzt die Dividende von 1,35 auf 1,10 Euro je Aktie.

An der Börse musste die Aktie am Morgen bei einem insgesamt steigenden Markt deshalb einen leichten Rückschlag hinnehmen. Für den Gewinnrückgang nannte Willbrandt ein ganzes Bündel von Ursachen; angefangen bei eigenen Investitionen und Umstrukturierungen über negative Markt- und Preiseffekte bis hin zu konjunkturellen Faktoren.

„Dessen ungeachtet gilt es festzustellen, dass wir als Unternehmen grundsolide dastehen, mit soliden Kennzahlen, einer ausgereiften modernen Verfahrenstechnologie und einer führenden Marktposition in wichtigen Kernmärkten“, sagte Willbrandt. „Darauf können wir aufbauen.“ 

Außerdem will der Konzern, der bislang in neun europäischen Ländern und in den USA Kupfer erzeugt oder verarbeitet, sich weiter internationalisieren. Das könne auch Übernahmen einschließen; aktuell sei aber kein Projekt spruchreif.

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