Polarforscher in Hamburg : Arved Fuchs lässt sein legendäres Klepper-Faltboot im Museum

Arved Fuchs (l.) und sein Crewmitglied Tim Frank mit dem Klepper-Faltboot im Maritimen Museum.

Arved Fuchs (l.) und sein Crewmitglied Tim Frank mit dem Klepper-Faltboot im Maritimen Museum.

Es brachte ihn ums Kap Horn und zum Nordpol: Jetzt verabschiedet sich Arved Fuchs von seinem Expeditionskajak.

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25. April 2018, 17:05 Uhr

Hamburg | Die Handgriffe beherrscht er aus dem Effeff. So viele Male hat Polarforscher Arved Fuchs das Klepper-Faltboot schon aufgebaut, unter weitaus schwierigeren Bedingungen als im ruhigen „Hafen“ des Internationalen Maritimen Museums Hamburg.

1984 überstand Arved Fuchs mit ihm die erste und einzige Winterumrundung von Kap Horn. Später trieb es beide zum Magnetischen Nordpol, eine weitere Kajak-Expedition unternahm der Abenteurer zur „Wiege der Stürme“, wie die Inselgruppe der Aleuten in Alaska von den Ureinwohnern genannt wird. Als letztes Abenteuer bestand das kleine Boot die Feuerland-Expedition 1987 in Chile von Punta Arenas bis nach Puerto Williams am Beagle Kanal.

Nun hat das 4,50 Meter lange und 72 Zentimeter breite Kajak, das nur 27 Kilo wiegt, seine letzte Reise angetreten. Am 25. April, einen Tag vor dem 65. Geburtstag seines Besitzers, machte es im Maritimen Museum für immer fest. Dort bekommt es einen Ehrenplatz im Umfeld der ersten Schenkung von Arved Fuchs 2007, der „James Caird II“, ein detailgetreuer Nachbau eines Beiboots der „Endurance“, mit der Sir Ernest Shackleton von 1914 bis 1917 die Antarktis-Expedition durchführte. Arved Fuchs unternahm mit dem 7,50 Meter langen Zweimaster-Beiboot die Expedition „Shackleton 2000“, in deren Verlauf er die Reise Shackletons nachvollzog.

„Das Kajak stand jedoch seit 1987 bei mir einfach nur im Lager“, sagt Arved Fuchs. „Einen würdigeren Platz als das Maritime Museum kann ich mir nicht vorstellen. Ich freue mich, dass es nun seine Bestimmung gefunden hat.“

Fuchs vor neuer Expedition in die Arktis

Peter Tamm ist begeistert von dem neuen Ausstellungsstück: „Dass wir das Kajak ausstellen dürfen, ist eine Riesenehre. Es bedeutet eine echte Bereicherung unserer umfangreichen Sammlung und wird Zeichen setzen. Es steht für ein spannendes Stück aktueller Expeditionsgeschichte und hat den Besuchern viel zu erzählen.“

Der Polarforscher wird bei seinem schwimmenden Weggefährten noch so manches Mal vorbeischauen: „Auch die James Caird II habe ich oft besucht. Mit beiden verbinden mich so viele Erlebnisse, sie sind einfach ein Teil meines Lebens.“

Ende Mai wird Arved Fuchs, der in Bad Bramstedt lebt, in Sachen Klimawandel und Plastik zu einer neuen Expedition in die Arktis aufbrechen: „Ich bin jetzt in Sachen Lobbyarbeit für die Natur unterwegs. Ich möchte ihr etwas zurückgeben, weil sie mir so viele großartige Erlebnisse gegeben hat und mir so viel bedeutet.

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