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Toter Austauschschüler : Anwalt: Diren betrat vor seinem Tod weitere Garagen

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Der Anwalt des Todesschützen hat neue Erkenntnisse zu der Todesnacht des Hamburger Austauschschülers Diren präsentiert. Demnach habe der 17-Jährige nicht nur das Grundstück des Schützen betreten, sondern noch weitere Garagen aufgesucht.

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2014 | 17:14 Uhr

Missoula/ Hamburg | Der getötete Hamburger Gastschüler Diren soll drei oder vier weitere, fremde Garagen betreten haben, bevor er auf einem Privatgrundstück in Missoula im US-Bundesstaat Montana erschossen wurde. Das teilte der Anwalt des Todesschützen mit und berief sich dabei auf Aussagen von Direns Begleiter, die dieser bei der Polizei gemacht habe. Zuvor war spekuliert worden, ob der 17-Jährige bei einer sogenannten „Garage-Hopping-Tour" möglicherweise Alkohol gesucht habe und deshalb die mitten in der Nacht offen stehende Garage betrat.

In seinem Statement versuchte Anwalt Paul Ryan die Vorwürfe zu entkräften, dass der Todesschütze und seine Frau mögliche Einbrecher mit einer Art Falle in ihre Garage gelockt haben sollen. Die Handtasche mit persönlichen Gegenständen in einem dunklen, hinteren Teil der Garage habe nicht als Köder dienen sollen. Das Garagentor habe lediglich offen gestanden, damit die beiden zum Rauchen nach draußen gehen konnten, sagte Ryan einem Bericht der „New York Times" zufolge.

Der 29 Jahre alte Schütze habe Angst um seine Familie gehabt und sei in Panik geraten. „Er wusste einfach nicht, was los ist. Dann fing er an zu schießen“, sagte Ryan dem Bericht zufolge. Der Mann und seine Partnerin sind Eltern eines zehn Monate alten Sohnes. Vor dem tragischen Vorfall am 27. April seien sie Opfer von zwei Einbrüchen innerhalb von drei Wochen gewesen. Dabei wurden demnach unter anderem ein Portemonnaie und mehrere Kreditkarten gestohlen.

Der 29-Jährige ist wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt und wartet nun auf seinen Prozess. Seine 30 Jahre alte Partnerin habe nach den Schüssen versucht, den tödlich getroffenen Diren zu beruhigen und ihn mit Rettungsmaßnahmen am Leben zu halten. Sie und der Schütze, der zuvor als Feuerwehrmann gearbeitet hatte, drückten Direns Familie und Freunden ihr Mitgefühl aus.

Direns Gasteltern sagten, sie hätten die Türen ihres Hauses im US-Staat Montana nie abgesperrt. Außerdem seien sie noch nie von Einbrechern heimgesucht worden. „So sind wir nicht“, sagte der Gastvater laut der „New York Times“ mit Blick auf die Todesschüsse. „So ist unsere Nachbarschaft nicht. So ist unser Land nicht. So ist Montana nicht.“

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