Hamburger Morgenpost : Anschlag auf „Mopo“: Polizei hat keine heiße Spur

Die „Mopo“ will sich durch den Brandanschlag nicht einschüchtern lassen - das beweist das Titelblatt der Zeitung am 12.1.2015.
Die „Mopo“ will sich durch den Brandanschlag nicht einschüchtern lassen - das beweist das Titelblatt der Zeitung am 12.1.2015.

Wer hat einen Brandsatz in das Archiv der Zeitung geworfen? Die Ermittlungen der Polizei stocken. Zwei Verdächtige wurden freigelassen.

shz.de von
13. Januar 2015, 14:00 Uhr

Hamburg | Drei Tage nach dem Brandanschlag auf die „Hamburger Morgenpost“ hat die Polizei weiter keine heiße Spur. „Die Ermittlungen dauern an“, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Unbekannte hatten am frühen Sonntagmorgen mehrere Steine und mindestens einen Brandsatz in das Archiv der Boulevardzeitung geworfen. Akten gerieten in Brand, die Feuerwehr konnte ein Ausbreiten der Flammen aber verhindern.

Die Feuerwehrleute konnten ein Ausbreiten der Flammen verhindern.
dpa
Die Feuerwehrleute konnten ein Ausbreiten der Flammen verhindern.
 

Am Montag waren zwei kurz nach der Tat festgenommene Männer wieder freigelassen worden. Ein Verdacht gegen sie hatte sich allerdings nicht erhärtet. Die beiden 35 und 39 Jahre alten Männer waren am frühen Sonntagmorgen vor der Polizei geflohen und anschließend in einer S-Bahn am Bahnhof Altona festgenommen worden. In ihren Vernehmungen durch Kriminalbeamte des Staatsschutzes hätten sie bestritten, etwas mit der Brandstiftung zu tun zu haben. Nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung seien sie entlassen worden, hieß es weiter.

 

Die „Mopo“ hatte nach dem Terroranschlag in Paris islamkritische Karikaturen des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ auf ihrer Titelseite nachgedruckt. Daraufhin hatte sie nach eigenen Angaben Drohungen und Hass-Mails bekommen. Die Hamburger Polizei schloss nicht aus, dass der Brandanschlag auf die „Mopo“ in Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Ereignisse in Frankreich stand.

Die „Mopo“ will sich durch den Brandanschlag nicht einschüchtern lassen - das beweist das Titelblatt der Zeitung am 12.1.2015.
dpa
Die „Mopo“ will sich durch den Brandanschlag nicht einschüchtern lassen - das beweist das Titelblatt der Zeitung am 12.1.2015.

Einschüchtern lassen wollen sich die Redakteure durch den Anschlag aber keineswegs. Trotzig titelten sie am Tag danach „Wir bleiben MOPO!“

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