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Neue CD "Zu viel Information" : Annett Louisan: Zwischen „heiler und geiler“ Welt

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"Typisch Annett", aber nie langweilig. So präsentiert sich das sechste Album der Hamburger Sängerin. "Zu viel Information" entstand mit alten Mitstreitern.

Lolita und Mittdreißigerin, naiv und abgeklärt, unschuldig und verrucht - Annett Louisan vereint viele Gegensätze in sich. Seit ihr vor zehn Jahren mit „Das Spiel“ über Nacht der Durchbruch gelang, verdreht sie ihrem Publikum mit ihrer unverwechselbaren Stimme und den entwaffnenden Texten den Kopf.

Pünktlich zum Valentinstag erscheint an diesem Freitag das neue Album „Zu viel Information“.

„Ich habe ganz konkrete Vorstellungen von Klängen und Dramaturgie“, sagt Annett Louisan. Und wie schon bei ihrem fünften Album setzt die Künstlerin diese gemeinsam mit langjährigen musikalischen Weggefährten um. Anderthalb Jahre - so lange, wie an keinem ihrer fünf Alben zuvor - arbeitete sie unter anderem mit Danny Dziuk, Hardy Kayer und ihrem Ex-Freund Martin Gallop an „Zu viel Information“. Zurück im Team ist auch Frank Ramond, mit dem sie ihre ersten vier Platten gemacht hatte.

Die Suche nach der Liebe, Trennungen, Flirts und Affären - vieles auf dem Album ist wohl auch wegen ihres Teams „typisch Annett“. Zu leisen Pianoballaden, der vertrauten Louisan-Mischung aus Pop und Chanson rechnet sie mal in „Dein Ding“ mit einem Verflossenen ab, mal droht sie ihrer Affäre trotzig: „Dann sag ich es ihr halt.“ 

Auch wenn es sich vertraut anhört - langweilig klingt das neue Album nicht. Geistreich, wortwitzig und charmant erzählt sie kleine und große Geschichten und wechselt zwischen Tiefsinn und Leichtigkeit. Ohrwurm-Potenzial hat zum Beispiel der Titelsong „Zu viel Information“ - denn manche Dinge will man einfach nicht wissen.

Und wer genau hinhört, entdeckt auch auf diesem Album wieder die doppelten Aussagen hinter den Texten.

Doch es gibt auch die Gänsehaut-Momente. In „Das Rezept“ singt die 1,52 Meter kleine Sängerin über das Geheimnis der großen Liebe. „Bei diesem Lied muss ich gut aufpassen, dass ich nicht selbst einen Kloß im Hals bekomme, weil ich da immer an meine Großeltern denken muss“, sagt Annett Louisan. Melancholisch beschreibt sie in „Du fehlst mir so“ die Verzweiflung und Sehnsucht, die Liebeskummer nach sich ziehen kann. Die komplizierte und einfühlsam erzählte Vater-Kind-Geschichte in „Besonders“ rührte bei der Premiere das Publikum zu Tränen.

Zehn Jahre schon steht Annett Louisan im Rampenlicht - da ist es an der Zeit, zurückzuschauen. In „Stars“ setzt sich die 36-Jährige kritisch mit Ruhm und Glamour auseinander. „Was sind schon Stars“, fragt die Sängerin und erklärt: „Das ist ein Lied, das mir persönlich sehr am Herzen liegt.“ Und wer sich immer noch fragt, wie sich die Gegensätze vereinen lassen, bekommt die Antwort in „Herrenabend“ auf dem neuen Album: „Man braucht beide Welten: die heile und die geile.“ 

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erstellt am 11.Feb.2014 | 09:57 Uhr

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