Landgericht Hamburg : Anklage gegen 14 mutmaßliche Salafisten erhoben

Vor mehr als einem Jahr hat die Polizei Wohnungen mutmaßlicher Salafisten in Hamburg und Schleswig-Holstein untersucht. Jetzt wurde gegen 14 Männer Anklage erhoben.

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04. Dezember 2014, 17:56 Uhr

Hamburg | Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen 14 mutmaßliche Salafisten erhoben. Sie wirft den Männern aus Hamburg und Schleswig-Holstein vor, Mitglieder der verbotenen salafistischen Gruppe „Millatu Ibrahim“ (Gemeinschaft Abrahams) gewesen zu sein, sagte eine Sprecherin der Anklagebehörde am Donnerstag. Es gehe aber nicht um die Vorbereitung eines konkreten Anschlags. Zuvor hatte NDR 1 Welle Nord darüber berichtet.

Im Juni vergangenen Jahres hatten Ermittler die Wohnungen der Beschuldigten in Hamburg und Schleswig-Holstein sowie eine Moschee in Hamburg-Harburg durchsucht. Ein Hamburger soll Rädelsführer der Gruppe gewesen sein. Einer der Angeklagten habe eine Schreckschuss-Pistole besessen, obwohl gegen ihn ein Waffenbesitzverbot verhängt gewesen sei, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nana Frombach. Die Männer sind zwischen 22 und 34 Jahre alt. Die Staatsschutzkammer des Landgerichts muss nun über eine Zulassung der Anklage entscheiden. Alle Beschuldigten, überwiegend deutsche Staatsbürger, sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf freiem Fuß. Sollte es zu einem Prozess und einer Verurteilung kommen, liegt die Höchststrafe für den mutmaßliche Rädelsführer bei fünf Jahren, für die anderen bei drei Jahren. Sie seien noch nicht einschlägig vorbestraft.

Die Gruppierung „Millatu Ibrahim“ war 2012 vom Bundesinnenministerium verboten worden. Eines der Mitglieder war der ehemalige Berliner Rapper „Deso Dogg“, der sich inzwischen „Abu Talha, der Deutsche“ nennt. Er hatte die Bundesrepublik nach dem Verbot verlassen und gehört nach Erkenntnissen des Berliner Verfassungsschutzes inzwischen zum engeren Kreis der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Nun rufe er radikalisierte Salafisten in Deutschland auf, sich der Organisation anzuschließen.

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