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Prozessauftakt in Hamburg : Anklage: 60 Messerstiche auf Ehefrau

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Ein depressiver Mann soll seine Frau vor den Augen der drei kleinen Kinder erstochen haben. Der 44-Jährige schwieg beim heutigen Prozessauftakt vor dem Hamburger Landgericht.

shz.de von
erstellt am 05.Sep.2014 | 15:31 Uhr

Hamburg | Ein wegen Totschlags an seiner Frau angeklagter Mann hat beim Prozessauftakt am Hamburger Landgericht am Freitag die Aussage verweigert. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 44-Jährigen vor, seine Frau am 5. März mit 60 Messerstichen getötet zu haben - vor den Augen der drei kleinen Kinder. Danach habe er einen alarmierten Polizisten bedroht.

Der Angeklagte wird in einer Psychiatrie wegen Depressionen behandelt. Vor Gericht machte der 44-Jährige einen verstörten Eindruck: Seine Arme zitterten stark, immer wieder wischte er sich den Schweiß vom Gesicht. Ein Streit über seine Erkrankung war nach Ansicht der Staatsanwaltschaft der Auslöser der Tat. Die Diagnose Depression war am Vortag gestellt worden.

Der Mann habe mit einem Messer auf Oberarme, Brust und Rücken seiner 28 Jahre alten Frau eingestochen - insgesamt 60 Mal. Die drei gemeinsamen Kinder im Alter von zwei bis zehn Jahren mussten hilflos zusehen. Die Mutter habe ihren Kindern zugerufen, zu flüchten, was jedoch nur dem ältesten gelungen sei. Das zweijährige Kind habe der Vater in die Wohnung zurückgezogen.

Als alarmierte Polizisten eintrafen, ging der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft mit dem Messer auf die Beamten los. Sie wehrten den Angreifer zunächst mit Pfefferspray ab. Zwei Polizisten stoppten ihn schließlich mit vier Schüssen in den Unterkörper. Rettungskräfte brachten die Schwerverletzte in ein Krankenhaus, wo sie kurz darauf verblutete.

Der Anwalt der Nebenklage, der die Mutter der Getöteten vertritt, hielt Eifersucht auf einen anderen Mann für ein weiteres Motiv. „Die Ehe war schwer belastet“, sagte er. Der Angeklagte ist wegen seiner Krankheit möglicherweise nur eingeschränkt schuldfähig. Um das zu beurteilen, begleite ein Sachverständiger den Prozess. Der Verteidiger des 44-Jährigen beantragte, die Öffentlichkeit wegen der Krankheit seines Mandanten von der Verhandlung auszuschließen.

Eine Entscheidung darüber wird die Kammer am nächsten Verhandlungstag verkünden. Ein Urteil wird nicht vor dem 19. November erwartet. 

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