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Hamburg : Angriff auf Ex-Freundin im Gericht: Stichwaffe sichergestellt

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Der Angreifer hatte sich die Stichwaffe selbstgebastelt. Auch ein angespitzter Zahnbürsten-Stiel wurde gefunden.

shz.de von
erstellt am 01.Feb.2017 | 16:12 Uhr

Hamburg | Nach dem Angriff eines Angeklagten auf seine Ex-Freundin in einem Hamburger Gerichtssaal sind mehrere gefährliche Gegenstände bei dem 39-Jährigen sichergestellt worden. Darunter eine selbstgebastelte Stichwaffe und ein angespitzter Zahnbürsten-Stiel.

Weiterhin unklar ist, wie es dem Mann gelang, solche Sachen aus der JVA Billwerder in das Landgericht zu schmuggeln. „Wir prüfen, ob es Versäumnisse gab“, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nana Frombach, am Mittwoch.

Am 24. Februar wird sich der Justizausschuss der Bürgerschaft mit dem Vorfall beschäftigen - das vereinbarten die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen.„Transparenz und Aufklärung sind das Gebot der Stunde“, sagte der SPD-Abgeordnete Urs Tabbert. Bei der Attacke in dem Berufungsprozess hatte der Mann sich selbst, einen Staatsanwalt und seine frühere Freundin verletzt.

Die 25-Jährige sagte am Dienstag gerade als Zeugin aus, als der Mann plötzlich aufsprang und sie attackierte. Dabei habe er nach bisherigen Ermittlungen die selbstgebastelte Stichwaffe benutzt, sagte Frombach. Der Angeklagte war aus dem Untersuchungsgefängnis in das Gericht geführt worden. In den Saal begleitete ihn laut Staatsanwaltschaft eine Justizbeamtin.

Die Sprecherin der Justizbehörde, Marion Klabunde, sagte, der Vorfall im Strafjustizgebäude „hat uns alle erschüttert“. Mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen wolle die Behörde sich zunächst aber nicht weiter äußern. Klabunde erklärte lediglich, dass Gefangene normalerweise auf ihrem Weg vom Gefängnis zum Gericht mehrmals durchsucht werden. Dabei müssten sie auch einen sogenannten Metallsuchrahmen durchschreiten. „Der Vorfall muss nun lückenlos aufgeklärt werden“, forderte die justizpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Anna von Treuenfels-Frowein. „Es muss geklärt werden, wie ein verurteilter Mörder eine Waffe in einen Gerichtssaal mitbringen kann und ob die Sicherheitsmaßnahmen ausgereicht haben.“ Der 39-Jährige steht vor Gericht, weil er laut Anklage seiner früheren Partnerin mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben soll.

Er muss sich unter anderem wegen Bedrohung und gefährlicher Körperverletzung verantworten. In erster Instanz war der Angeklagte im Juni 2016 zu einem Jahr und vier Monaten Haft verurteilt worden.

Außerdem soll er der Frau gedroht haben, er werde wieder „durchdrehen“ - damit soll er nach Darstellung der Staatsanwaltschaft auf seine frühere Verurteilung wegen Mordes aus dem Jahr 2002 angespielt haben.

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