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Barmbek : Angela Merkel reagiert auf Messerattacke von Hamburg

vom

In ersten Stellungnahmen reagierten Olaf Scholz und Andy Grote auf die Tat. Edeka spricht Mitgefühl aus.

Einen Tag nach der Messerattacke mit einem Toten und sieben Verletzten in Hamburg-Barmbek haben Passanten Blumen und Kerzen vor dem betroffenen Supermarkt abgelegt. Der Markt selber war am Morgen geschlossen, ein großes Rolltor versperrte den Blick ins Innere. Davor hatten Menschen aus Teelichtern ein großes Peace-Zeichen geformt. Wenige Meter weiter brachten Unbekannte ihr Mitgefühl zum Ausdruck: „Liebe Angehörige, wir alle sind entsetzt und trauern mit Ihnen“, stand auf einem Schild. Daneben waren auf dem Pflaster Rosen abgelegt.

<p>Am Tatort wird am Tag nach der Messerattacke getrauert.</p>

Am Tatort wird am Tag nach der Messerattacke getrauert.

Foto: dpa
 

Unterdessen folgen die Reaktionen der Politik:

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Angehörigen des Todesopfers bei der Messer-Attacke von Hamburg ihr tiefes Mitgefühl ausgesprochen. „Ich trauere um das Opfer der grausamen Attacke in Hamburg. Seinen Angehörigen gilt mein tiefes Mitgefühl“, teilte sie am Samstag in Berlin mit. Den Verletzten wünsche sie „vollständige Genesung der körperlichen und seelischen Wunden“. Die Kanzlerin fügte hinzu: „Die Gewalttat muss und wird aufgeklärt werden. Ich stehe in ständigem Kontakt mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz. Mein Dank gilt der Polizei für ihren Einsatz sowie all jenen, die sich mit Zivilcourage und Mut dem Täter entgegengestellt haben.“

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) reagierte bestürzt auf den tödlichen Messer-Angriff von Hamburg. „Erneut trifft eine schreckliche Attacke unsere Gesellschaft“, sagte er am Samstag in Berlin. „Meine Trauer gilt dem Toten, mein Mitgefühl seinen Angehörigen und den verletzten Opfern.“

Bundesinnenminister Thomas de Maizière./Archiv
Bundesinnenminister Thomas de Maizière./Archiv Foto: Wolfgang Kumm
 

Mit Blick auf die möglichen Hintergründe der Tat sagte der Minister: „Wir müssen damit rechnen, dass die dschihadistische Ideologie als Begründung oder Rechtfertigung für Taten herangezogen wird, die vielleicht aufgrund ganz anderer Motive begangen werden.“ Das lehre die leidvolle Erfahrung. „Die eigentlichen Motive können dann auch in der Persönlichkeit des Täters liegen.“ Es sei nun Aufgabe der Hamburger Behörden, diese zu ermitteln. „Es ist wichtig, die Hintergründe der Tat so schnell wie möglich zu analysieren, um aufzuklären, wie es zu der Tat kommen konnte“, betonte der CDU-Politiker.

Bereits am Freitagabend äußerte sich Bürgermeister Olaf Scholz. Er sagte, "dass es sich bei dem Täter offenbar um jemanden handelt, der Schutz bei uns in Deutschland beansprucht und dann seinen Hass gegen uns gerichtet hat. Ich setze darauf, dass die Sicherheitsbehörden alle Hintergründe der Tat zügig aufklären werden, auch ob es weitere Beteiligte gab. Meine Hochachtung haben die Bürger, die einen mutigen Beitrag leisteten, um den Täter zu fassen. Er muss hart bestraft werden“. Scholz ergänzte, es handele "offensichtlich um einen Ausländer, der ausreisepflichtig war".

Olaf Scholz. /Archiv
Olaf Scholz. /Archiv Foto: Daniel Bockwoldt

Innensenator Andy Grote (SPD) bezeichnete die Tat als einen „erbärmlichen Anschlag“. Dieser sei „umso schmerzhafter als der mutmaßliche Täter, der aus dem arabischen Raum stammt, als Schutzsuchender in unsere Stadt gekommen ist“, teilte er am Freitagabend mit.

Der Innensenator Andy Grote (SPD)./Archiv
Der Innensenator Andy Grote (SPD)./Archiv Foto: Daniel Bockwoldt
 

„Ich hoffe inständig, dass die zum Teil schwer verletzten weiteren Opfer überleben und wieder vollständig gesund werden“, sagte Grote. „Wir stehen fassungslos und getroffen vor dieser grauenhaften Gewalttat.“ Er dankte den „mutigen und entschlossenen Hamburgern“, die dazu beigetragen hatten, dass der Täter kurz nach dem Verbrechen festgenommen werden konnte.

Auch die Hamburger SPD-Bürgerschaftsfraktion ist bestürzt über die abscheuliche Tat, die sich gestern in Barmbek ereignet hat. Gemeinsam mit den beiden SPD-Wahlkreisabgeordneten Ksenija Bekeris und Sven Tode besuchte SPD-Fraktionschef Andreas Dressel Sonnabendmorgen den Tatort in der Fuhlsbüttler Straße. Sie zündeten Kerzen an, sprachen mit Bürgerinnen und Bürgern vor Ort - insbesondere mit der überaus couragierten Edeka-Filialleiterin, der die drei Abgeordneten ihr Mitgefühl aussprachen.

Dressel sagte: "Die Umstände und Hintergründe der Tat müssen weiter umfassend aufgearbeitet werden. Und natürlich müssen die Abläufe und Instrumente, die uns bei solchen Taten und Tätern zur Verfügung stehen, weiter analysiert werden. Hamburg hat sich seit vielen Monaten dafür stark gemacht, die Abschiebehindernisse bei Ausreisepflichtigen ohne Papiere konsequent abzubauen. Der Staat muss handlungsfähig sein bei solchen Taten und Tätern. Diese furchtbare Tat muss Ansporn sein, auf diesem Wege konsequent weiterzugehen. Solche Leute haben in diesem Land ihr Gastrecht verwirkt. Wir müssen weiter alle Hebel in Bewegung setzten, um bei solchen Leuten die Abschiebung auch schnellstmöglich zu vollziehen. Bis zur Abschiebung gilt es, die erweiterten ausländerrechtlichen Möglichkeiten, bis hin zur Abschiebehaft voll auszuschöpfen."

Die Tat ereignete sich in einer Edeka-Filiale. Der Lebensmittelkonzern sprach allen Opfern und ihren Angehörigen sein „tiefstes Mitgefühl“ aus. „Wir sind tief betroffen“, teilte Edeka am Freitag schriftlich mit. Den Mitarbeitern des Marktes sei umgehend psychologische Hilfe angeboten worden. Edeka dankte allen Einsatzkräften.

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erstellt am 29.Jul.2017 | 15:59 Uhr

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