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Prozess in Hamburg : Angeklagter Terrorhelfer auf der Flucht?

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Seit Ende Januar steht ein mutmaßliches Al-Kaida-Mitglied in Hamburg vor Gericht. Der Deutsch-Afghane soll sich ins Ausland abgesetzt haben. Der Prozess geht erst einmal weiter.

shz.de von
erstellt am 12.Feb.2014 | 16:54 Uhr

Hamburg | Ein mutmaßlicher Terrorhelfer, der in Hamburg vor Gericht steht, soll sich ins Ausland abgesetzt haben. Gegen den 27-jährigen Deutsch-Afghanen gebe es einen Haftbefehl, sagte Gerichtssprecherin Ruth Hütteroth am Mittwoch. Bisher war der Angeklagte auf freiem Fuß. Wo genau sich der Mann aufhält, konnte Hütteroth nicht sagen. Die Verteidigung wollte keine Stellungnahme abgeben. Der nächste Verhandlungstermin an diesem Donnerstag (9.00 Uhr) findet wie geplant statt.

Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem 27-Jährigen vor, er habe sich spätestens seit Anfang 2009 am „Heiligen Krieg“ beteiligen wollen. Unter dem Einfluss seines Bruders habe er sich radikalisiert und schließlich in Pakistan beim Terrornetzwerk Al-Kaida an Waffen ausbilden lassen. Beim Prozessauftakt Ende Januar hatte der Deutsch-Afghane bestritten, je in einem Terrorcamp gewesen zu sein. Der Bruder des Angeklagten war Mitte 2012 in Koblenz zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Er galt als wichtiger Verbindungsmann von Al-Kaida in Europa.

Nach Informationen des „Hamburger Abendblatts“ suchen Zielfahnder des Landeskriminalamts nach dem Angeklagten. Die Hamburger Polizei wollte sich dazu nicht äußern. Der 27-Jährige soll mit seiner Frau, mit der er nach islamischem Recht verheiratet ist, abgereist sein.

Ein psychiatrischer Gutachter hatte am vergangenen Verhandlungstag erklärt, der mutmaßliche Terrorhelfer sei voll schuldfähig. Es sei ausgesprochen fraglich, dass der Angeklagte - wie von ihm selbst behauptet - jemals an einer schizophrenen Psychose gelitten habe, sagte Gutachter Prof. Norbert Leygraf.

Die Generalstaatsanwaltschaft hat den Deutsch-Afghanen wegen Beteiligung an einer ausländischen terroristischen Vereinigung angeklagt (Az. 3 St 4/13). Ihm droht eine Haftstrafe zwischen einem und zehn Jahren. Für den Prozess sind bisher Verhandlungstage bis zum 21. Februar geplant.

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