zur Navigation springen

Offener Brief : Amateur-Fußball in Hamburg: Schiedsrichter schlagen Alarm

vom

In einem offenen Brief beklagen die Schiedsrichter des Hamburger Fußball-Verbandes die Verrohung der Sitten.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2015 | 11:45 Uhr

Hamburg | Die Referees des Hamburger Fußball-Verbandes (HFV) schlagen Alarm. In einem offenen Brief prangerten sie die verrohten Zustände auf den Amateur-Sportplätzen der Hansestadt an. „Vielfach werden wir ehrenamtlichen Schiedsrichter respektlos behandelt. In einigen Fällen werden wir beleidigt, bedroht oder gar körperlich attackiert“, hieß es in dem vom HFV am späten Montagabend verbreiteten Schreiben.

Die Unparteiischen drohen schon seit längerem damit, Spiele einiger namentlich nicht genannter Clubs künftig nicht mehr leiten zu wollen, sollte sich an den Zuständen nichts ändern. „Wir Schiedsrichter sind nicht das Ventil für gesellschaftliche Probleme, schlechte Erziehung oder unkontrollierte Emotionen...Wir fordern die verantwortlichen Personen in den Vereinen dazu auf, dafür zu sorgen, dass Spieler, Eltern, Trainer und Zuschauer uns mit Respekt begegnen“, lautet ihre Forderung. Denn der Respekt vor den Spielleitern sei „vollkommen verloren gegangen“, selbst einige Vereinsoffizielle hätten „ein Werteproblem“, schrieben sie in dem Brief und führten darin auch einige abschreckende Beispiele auf.

So wird in dem Brief unter anderem auf die Ereignisse im Anschluss an das Landesliga-Spiel Bramfelder SV gegen Dersimspor Hamburg am 4. September 2015 verwiesen. Damals wurde der Schiedsrichter Mike Franke von einem gewalttätigen Fan „körperlich angegangen und selbst noch am Boden liegend auf brutalste Art attackiert“, heißt es. Offizielle, Spieler oder Zuschauer hätten den Angriff nicht verhindert und hätten den Täter nicht dingfest gemacht. Auch Schiedsrichter würden Fehler machen, trotzdem wollen die Schiedsrichter trotz strittiger Entscheidungen respektvoll behandelt werden.

Sollten die Anliegen keine Unterstützung finden und keine Besserung der Situation eintreten, behalten sich Hamburgs Verbands-Referees weitere aufmerksamkeitswirksame Maßnahmen vor. Ihre Initiative werde „ausdrücklich unterstützt“ durch den Verbands-Schiedsrichterausschuss und die acht Hamburger Bezirks-Schiedsrichterausschüsse, hieß es.

Das Präsidium des Hamburger Fußball-Verbandes hatte sich in seiner jüngsten Sitzung am 17. September mit den Angriffen auf Schiedsrichter im HFV-Bereich befasst. Und festgestellt, „dass derartige Vorgänge unter keinen Umständen hinnehmbar“ seien „und der Schutz der Schiedsrichter oberste Priorität haben“ müsse. „Unabhängig von den Verhandlungen vor dem HFV-Sportgericht wird das HFV-Präsidium Vereine, bei denen derartige unsportliche Vorkommnisse vorgekommen sind, zu einem Gespräch vorladen und deutlich Stellung beziehen, welche Sanktionen und Konsequenzen, bis hin zum Ausschluss vom Spielbetrieb, möglich sind“, teilte der HFV dazu mit.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen