zur Navigation springen

Hamburg-Finkenwerder : Airbus verschiebt Auslieferung der ersten A320neo

vom

Wird der Verkaufsschlager zum Problemflieger? Der Flugzeughersteller Airbus muss erneut bei der Erstauslieferung der A320neo passen. Kunde Lufthansa nennt Problem bei der technischen Dokumentation als Grund.

shz.de von
erstellt am 30.Dez.2015 | 16:47 Uhr

Hamburg | Nach erneuten Problemen mit der A320neo muss der europäische Flugzeugbauer Airbus die ursprünglich bis Jahresende geplante erste Auslieferung seines Verkaufsschlagers wieder verschieben. Airbus und die Lufthansa einigten sich auf eine spätere Übergabe, wie der Hersteller am Mittwoch in Toulouse mitteilte. Die Auslieferung war im Airbus-Werk in Hamburg geplant.

Airbus ist der größte europäische Flugzeughersteller. 11.000 Menschen arbeiten in Hamburg für das Unternehmen, damit ist es ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Der A320 ist ein beliebtes Modell. Deswegen wird die Produktion in Hamburg vergrößert.

Einen Grund nannte Airbus selbst nicht. Die aufgetauchten Probleme bei der Abnahme bezogen sich laut Lufthansa insbesondere auf die technische Dokumentation des Flugzeugs. Hier seien einige formale Anforderungen noch nicht erfüllt, sagte eine Sprecherin in Frankfurt/Main.

Zuvor hatte bereits Qatar Airways als zunächst geplanter Erstkunde die Abnahme des Fliegers abgelehnt. Dabei waren Probleme mit der Kühlung der neuen Triebwerke des US-Hersteller Pratt & Whitney als Grund genannt worden. Auch die indische Fluglinie IndiGo, die 430 Exemplare aus der neo-Familie geordert hat, erhielt den ersten Flieger nicht wie geplant bis Ende Dezember.

Lufthansa, die 116 Maschinen aus der A320neo-Familie bestellt hat, rechnet nun Anfang 2016 mit dem neuen Jet. Einen genauen Termin nannte eine Sprecherin nicht. Laut Airbus wollen der Hersteller, Lufthansa und Pratt & Whitney „in den nächsten Wochen“ auf die Auslieferung hinarbeiten.

Die Neuauflage des seit den 1980er Jahren gebauten Mittelstreckenjets mit einem Passagiergang hat sich für Airbus eigentlich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Ein Grund dafür sind Versprechungen von Airbus und Pratt & Whitney, den Kerosinverbrauch um 15 bis 20 Prozent zu senken. Dies könnte mit den Kühlproblemen infrage stehen.

Seit Ankündigung einer A320neo-Familie vor fünf Jahren hat der Flugzeugbauer nach eigenen Angaben mehr als 4400 Bestellungen erhalten. Der weitaus größte Teil davon entfällt mit 3327 Maschinen auf die A320neo, die laut Listenpreis gut 97 Millionen Euro kostet.

Die etwas größere A321neo wurde bisher 1067 Mal geordert, von der kleinen A319neo 49 Exemplare.

 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen