Kritik wegen Kontrolle aus Ankara : AfD-Bürgerschaftsfraktion fordert von Ditib Satzungsänderung

AfD-Spitzenkandidat Jörn Kruse war bis Dezember 2013 Professor an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg.
Jörn Kruse.

Der türkische Religionsverband müsse vom Staatsvertrag ausgeschlossen werden, sollte er nicht handeln, meint die AfD.

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15. Dezember 2017, 13:27 Uhr

Hamburg | Die AfD in der Hamburgischen Bürgerschaft fordert vom türkischen Religionsverband Ditib, sich von der Regierung in Ankara loszusagen. Sollte der Landesverband seine Satzung nicht ändern, müsse er vom Staatsvertrag mit den muslimischen Glaubensgemeinschaften ausgeschlossen werden, heißt es in einem Antrag der Fraktion.

„Ditib wird kontrolliert und beaufsichtigt durch die türkische Regierung. Damit sitzt in Hamburg indirekt ein autokratischer Herrscher wie (Präsident Recep Tayyip) Erdogan mit am Verhandlungstisch. Das macht unsere Demokratie vollkommen unglaubwürdig“ erklärte AfD-Fraktionschef Jörn Kruse am Freitag.

Die Bürgerschaft hat bereits mehrfach über den Umgang mit der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) debattiert. Der Verband untersteht der Religionsbehörde Diyanet in Ankara, alle Imame werden aus der Türkei entsandt.

Die Forderung nach einer Lossagung von Ankara ist auch schon von anderen Politikern erhoben worden, etwa vom nordrhein-westfälischen Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) oder dem Grünen-Bundesvorsitzenden Cem Özdemir. Auch in Schleswig-Holstein war Ditib bereits Thema im Landtag.

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