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Fahrradfreundlichste Stadt : ADFC-Umfrage: Hamburg „beschämend“, Kiel vorn dabei

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Radfahrer haben Deutschlands Städte beurteilt. Münster landete auf Platz eins. Andere Großstädte kamen nicht gut weg.

Berlin | Auf der Rangliste der fahrradfreundlichsten Großstädte belegt Hamburg nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs nur den 35. von 39 Plätzen. Kiel steht an sechster Stelle, Lübeck kommt im Ranking der Städte mit mehr als 200.000 Einwohnern auf Platz 24, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Fahrradklima-Test 2014 des ADFC hervorgeht.

An der Umfrage in Kooperation mit dem Bundesverkehrsministerium hatten sich im November und Dezember rund 100.000 Menschen beteiligt, in Hamburg gut 2500. Die meisten füllten den Fragebogen auf der ADFC-Internetseite aus.

Der ADFC-Landesverband nannte das Abschneiden Hamburgs „beschämend“. Die Radfahrer nähmen zwar Verbesserungen wie Fahrradwege als positiv wahr, monierten aber fehlende Sicherheit und eine zu geringe Akzeptanz im Straßenverkehr. „Die Ergebnisse des jüngsten ADFC-Fahrradklima-Tests stellen eine klare Ansage an den zukünftigen Senat dar: Wäre das Verkehrsklima in Hamburg nicht so aggressiv und vom Kfz-Verkehr dominiert, würden wesentlich mehr Menschen aufs Rad umsteigen“, erklärte Merja Spott, Referentin für Verkehr beim ADFC Hamburg.

Die meisten Großstädte landeten in der Umfrage auf den hinteren Plätzen. Münster in Westfalen eroberte erneut den Titel als Deutschlands fahrradfreundlichste Stadt in der Kategorie der Kommunen mit mehr als 200.000 Einwohnern.

Unter den sogenannten Aufsteigern, den Städten, die seit 2012 am meisten für die Fahrradfreundlichkeit taten, liegen laut ADFC in den verschiedenen Größenordnungen Wuppertal, Göttingen, Schwerin und Heiligenhaus vorn.

Der ADFC forderte daher mehr Tempo-30-Zonen und die Verbreiterung der Radwege, um das Sicherheitsgefühl zu erhöhen. Die alten Radwege aus den 80er-Jahren seien zum Teil gefährlich, weil sie an schlecht einsehbaren Stellen verlaufen würden, sagte der ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork.

Der ADFC rechnet mit einer weiteren Zunahme des Radverkehrs. Besonders die Elektroräder würden einen weiteren Schub bringen, das sehe man an hügeligen Städten wie Wuppertal. Die Infrastruktur der Städte müsse weiter angepasst werden, sagte Stork. Nötig seien auch zusätzliche sichere Abstellmöglichkeiten und eine bessere Verkehrssteuerung. „Wir haben in den Städten einen großen Nachholbedarf.“

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erstellt am 19.Feb.2015 | 17:20 Uhr

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