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Hamburg : Absage für Fährverbindung nach Blankenese und Wedel

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Vorstoß findet keine Mehrheit in der Bürgerschaft: Eine regelmäßige öffentliche Verbindung von den Landungsbrücken aus wird es auch weiterhin nicht geben.

shz.de von
erstellt am 27.Nov.2014 | 06:46 Uhr

Hamburg | Es bleibt dabei: Eine regelmäßige öffentliche Fährverbindung von den Landungsbrücken aus nach Blankenese und Wedel wird es auch weiterhin nicht geben. Ein entsprechender CDU-Vorstoß hat am Mittwochabend in der Bürgerschaft keine Mehrheit gefunden. Zwar stimmte die regierende SPD einer Überweisung in den Wirtschaftsausschuss zu. Doch machte deren Abgeordnete Dorothee Martin kein Hehl daraus, dass die Sozialdemokraten dort die geforderte Hadag-Fähre zu den Elbvororten ablehnen werden. Die Idee möge „charmant“ sein, sie müsse sich aber rechnen, mahnte Martin. „Und da haben wir große Bedenken.“ Auch der CDU-Idee einer zumindest stündlichen Wasser-Anbindung Blankeneses an die City über einen Schlenker der Linie 62 erteilte die SPD-Abgeordnete eine schroffe Absage: Der Vorschlag sei „unüberlegt, ja unvernünftig“.

Bis 2005 hatte die städtische Hadag Blankenese regelmäßig von den Landungsbrücken aus bedient, die Linie dann mit Verweis auf fehlende Rentabilität eingestellt. Aktuell hält das Unternehmen mit seinem „Elb-Hüpfer“ die Verbindung nur an Sommerwochenenden aufrecht.

Vielen Bewohnern zwischen Blankenese und Wedel ist das deutlich zu wenig. Seit Anfang dieses Jahres kämpfen 25 Vereine, Institutionen und Gewerbetreibende in der „Interessengemeinschaft (IG) Elbe-Este-Fähren“ für eine bessere wasserseitige Anbindung der Unterelberegion an die Metropole. Unterstützung kommt von Prominenten wie Otto Waalkes und Rolf Zuckowski.

Auch die Bezirksversammlung Altona wünscht sich einstimmig eine bessere Fährversorgung der Elbvororte, des benachbarten Wedels sowie des niedersächsischen Elbufers über feste Linien. Die Befürworter beklagen in dem Zusammenhang auch, dass die bestehende Hadag-Linie von Blankenese aus über die Elbe nach Cranz an der Estemündung nur unregelmäßig verkehrt.

„Es gibt ein riesiges Potenzial für Tourismus im Unterelberaum“, warb die Blankeneser CDU-Abgeordnete Karin Prien in der Bürgerschaft für den Ausbau der Verbindungen. Per Marktuntersuchung solle der Senat ferner den Bedarf für Fährstrecken nach Blankenese, Wedel und Cranz ermitteln, hieß es im CDU-Antrag. Prien: „Bis die Ergebnisse vorliegen, könnte die Linie 62 ab Frühjahr bereits stündlich Blankenese anfahren.“ Die SPD kann sich weder dafür noch für ein Konzept zum Wassertourismus erwärmen. Im Wirtschaftsausschuss werde ihre Fraktion das Thema nur in einer Hinsicht behandeln, kündigte Dorothee Martin an: „Wir wollen prüfen, ob es für private Anbieter sinnvoll sein kann, die Verbindungen zu bedienen.“ Unterstützung erhielten die Christdemokraten dagegen aus den übrigen Oppositionsfraktionen. Grünen-Verkehrsexperte Till Steffen: „Wir sind vom Potenzial der Fährstrecken überzeugt.“

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