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Dietrich von Albedyll : Abrupter Abschied für Hamburgs Tourismuschef

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Hamburgs Tourismuschef Dietrich von Albedyll ist schon auf dem Absprung aus dem Job, da gerät er noch ins Stolpern.

Hamburg | Eine Ära geht abrupt zu Ende: Hamburgs Tourismuschef Dietrich von Albedyll ist nach mehr als 25 Jahren an der Spitze zurückgetreten. Er zog am Mittwoch die Konsequenzen aus möglichen Interessenkonflikten seines Amtes mit seiner geplanten beruflichen Zukunft. „Ich möchte mit meinem Schritt Schaden von Unternehmen, der Stadt und meiner Person abwenden“, teilte Albedyll in einer Mitteilung der Wirtschaftsbehörde mit. Dies sei knapp zwei Monate vor Beendigung seines Vertrages eine schwierige Entscheidung gewesen. Staatsrat Andreas Rieckhof nahm die Entscheidung des 65-Jährigen „mit Respekt“ zur Kenntnis.

Dieser Abschied kommt plötzlich: Jahrelang hat sich Dietrich von Albedyll für den Tourismus in Hamburg eingesetzt. Jetzt zieht er sich vorzeitig zurück.

Albedylls Nachfolger steht seit längerem fest: Zum 1. Mai übernimmt der bisherig Marketing-Chef des Münchner Flughafens, Michael Otremba, die Spitze des Hamburg Tourismus. Albedylls eigentlich 2015 auslaufender Vertrag war bis Ende März 2016 verlängert worden. Für die Übergangszeit werde nach einer personellen Lösung gesucht, hieß es nach Albedylls Rücktritt aus der Wirtschaftsbehörde.

Der Tourismusmanager hatte schon im vergangenen Jahr angekündigt, nach seinem Ausscheiden unternehmerisch in der Branche tätig werden zu wollen. Dazu hat er im vergangenen Dezember eine eigene Firma gegründet - mit einem PR-Unternehmer und bisherigen Auftragnehmer des Hamburg Tourismus. Dieser hatte mit seiner Agentur zuletzt die Broschüre „Auf nach Hamburg“ aufgelegt. Er soll nach dpa-Informationen den Auftrag dazu nach einer Ausschreibung und unter Beteiligung Dritter erhalten haben. „Die im Raum stehenden Sachverhalte werden selbstverständlich lückenlos aufgeklärt werden“, kündigte Staatsrat Rieckhof an.

Die oppositionelle Linken-Bürgerschaftsfraktion verlangte, Karenzregelungen für Senatoren auch auf Topmanager städtischer Firmen auszudehnen. Das würde bedeuten, dass Berufsaussteiger eine gewisse Zeit verstreichen lassen müssen, bevor sie mit ihrem im Beruf erworbenen (Insider)-Wissen eigene Geschäfte tätigen können. Der aus dem städtischen Unternehmen scheidende Albedyll hielt fest: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen, aber diese Position ist ein weit sichtbares Aushängeschild für den Tourismus in Hamburg. Eine öffentliche Diskussion würde diese wichtige Branche für Hamburg beschädigen. Das möchte ich vermeiden.“

Der jahrelange Aufwärtstrend der Hamburger Branche war ein Verdienst Albedylls, wie auch Rieckhof attestierte: „Dietrich von Albedyll hat einen hohen persönlichen Anteil an der hervorragenden Entwicklung, die der Tourismus in Hamburg genommen hat. Dafür danke ich ihm ausdrücklich.“ Zum 14. Mal in Serie sollen die Übernachtungszahlen für 2015 Wachstum gebracht haben: plus 5,0 Prozent auf 12,6 Millionen waren angepeilt, die genauen Zahlen liegen noch nicht vor. Bis 2020 waren zusätzliche 5,4 Millionen Übernachtungen prognostiziert.

 

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erstellt am 03.Feb.2016 | 16:42 Uhr

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