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Hamburg-Schnelsen : A7-Lärmdeckel: Erste Röhre ist im Rohbau fertig

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Der Deckel soll Anwohner vor dem Krach von täglich mehr als 100.000 Fahrzeugen schützen. Im Herbst 2017 soll er fertig sein.

Hamburg | Hamburgs größter Schalldämpfer ist fertig. Seit Donnerstag steht der Rohbau für den ersten Lärmdeckel über der A7 in Schnelsen, auf 550 Metern Länge hüllt er die Fahrbahn in Richtung Hannover ein. „Toll, dass es so schnell voran geht“, freute sich Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) bei einem Baustellenbesuch. Erst Anfang September war das erste Segment gegossen worden, seither haben die Bautrupps in Doppelschichten bis jeweils 2.30 Uhr in der Früh gewerkelt.

So sieht es unter dem Lärmschutzdeckel aus.

So sieht es unter dem Lärmschutzdeckel aus.

Foto: Markus Lorenz

Die Lärmhaube soll mehrere hundert direkte Anrainer in den Straßen Jungborn und Vogt-Kock-Weg vor dem Krach von täglich mehr als 100.000 Fahrzeugen schützen. Die Häuser stehen teils nur zehn Meter von der Autobahn entfernt. Künftig sorgen die dicken Betonwände des Tunnels für himmlische Ruhe, eine zusätzliche Schallisolierung sei nicht nötig, versichern die Bauingenieure. Der Deckel ist 90 Zentimeter dick, obendrauf kommen später 1,20 Meter Erde samt Begrünung. „Wenn der Tunnel fertig ist, wird man draußen keine Geräusche und Erschütterungen der Autobahn mehr wahrnehmen“, verspricht Bernd Rothe, Bereichsleiter der Planungsgesellschaft Deges.

Der Ausbau der A7 geht stetig voran.

Der Ausbau der A7 geht stetig voran.

Foto: Markus Lorenz

Das verbaute Material sei von besonderer Beschaffenheit, erläuterte Christian Merl, Sprecher des Baukonsortiums Via Solutions. „Es handelt sich um Faserbeton. Im Brandfall schmelzen die eingelagerten Kunststoffmikrofasern, so dass sich der erhitzte Beton in die Hohlräume ausbreiten kann.“ Das soll verhindern, dass die Tunnelwände brechen. Eine Sprinkleranlage gibt es nicht. Mit 550 Metern ist die Röhre so kurz, dass der Rauchabzug über die Einfahrten erfolgt.  

Das Innere der Röhre ist dreispurig.

Das Innere der Röhre ist dreispurig.

Foto: Markus Lorenz

Das Innere ist gut 16 Meter breit und bietet Platz für drei Fahrspuren, zuzüglich Standstreifen – sowie im Bereich der Anschlussstelle Schnelsen noch für eine Abbiegespur. Anders als im Elbtunnel bekommt die Lärmröhre Schnelsen keine Höhenkontrolle. Begründung: Die lichte Höhe von 4,70 Metern geht über das zulässige Höchstmaß von Schwertransporten hinaus. 

Nun beginnt der Innenausbau. In den kommenden Monaten werden nicht nur die Fahrbahnen und Notgehwege gebaut, auch gilt es, allerlei Technik unterzubringen. Dazu zählen die Verkehrszeichenanlagen und die Sicherheitseinrichtungen. Auch werden die nackten Betonwände weiß gestrichen.

Im Herbst 2017 soll der westliche Lärmtunnel befahrbar sein. Danach beginnt der Bau der Schalldämpfers in Fahrtrichtung Norden. Für Ende 2018, sagt Rothe, sei die Fertigstellung des gesamten Tunnels vorgesehen. Kosten: 100 Millionen Euro. In Stellingen und Altona entstehen zwei weitere A7-Lärmtunnel.

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erstellt am 22.Dez.2016 | 19:29 Uhr

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