Hamburg : A7-Deckel in Altona: Schlimme Staus befürchtet

So soll die A7 im Bereich Stellingen einmal aussehen. Die Reihenhaussiedlung Imbekstieg beginnt auf dieser Grafik in der Mitte hinter dem rot-weißen Gebäude.
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So soll die A7 im Bereich Stellingen einmal aussehen. Die Reihenhaussiedlung Imbekstieg beginnt auf dieser Grafik in der Mitte hinter dem rot-weißen Gebäude.

Mit Baubeginn des letzten geplanten Lärmschutzdeckels droht der Verkehrskollaps. Auch Radfahrer sind betroffen.

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05. Dezember 2017, 17:22 Uhr

Hamburg | Bis zum Baubeginn dauert es zwar noch drei Jahre. Aber schon jetzt steht fest: Der letzte der drei geplanten Deckel über die A7 in Hamburg wird die Autobahnbauer wie Autofahrer vor besonders große Herausforderungen stellen. Schwere Staus drohen, weil mit der Bahrenfelder Chaussee, dem Osdorfer Weg und der Behringstraße gleich drei wichtige Verkehrsachsen in Hamburg über die A7 führen. Nach Schätzungen der Verkehrsplaner sind auf diesen drei Hauptverkehrsstraßen täglich insgesamt 95.000 Autos unterwegs.

Die Deckelbauten sind Teil des großen Ausbaus der A7 auf etwa 70 Kilometern Länge vom Elbtunnel bis zum Dreieck Bordesholm. Vom Elbtunnel bis zum Autobahnkreuz Hamburg-Nordwest wird die Fahrbahn achtspurig, danach bis Bordesholm sechsspurig.

Um den Verkehrskollaps zu vermeiden, sind achtspurige Behelfsbrücken und mehrere Vollsperrungen der A7 geplant. Dennoch sind lange Staus programmiert: Denn die Brücken werden in drei Jahren abgerissen; der Autobahndeckel aber, über den die neue Straßen führen sollen, werden laut Planung erst fünf Jahre nach dem Brückenabriss fertig.

In dieser Zeit muss der gesamte Verkehr über die gigantischen Behelfsbrücken geleitet werden, die während des Deckelbaus auch noch ständig mit Kränen versetzt werden müssen. Dafür werden auch Vollsperrungen an Wochenenden notwendig sein. In den Planfeststellungsunterlagen heißt es: „Die Breite der Behelfsbrücken wird so gewählt, dass jeweils acht Fahrstreifen des Osdorfer Weges über die Hilfsbrücken führen.“ 

Ärger auch bei Fußgängern und Radfahrern

Für schlimme Befürchtungen sorgt der Deckelausbau in Altona aber nicht nur bei Autofahrern, auch Fußgänger und Radfahrer sind betroffen. Denn die Stadt plant, für die Zeit der Deckel-Bauarbeiten die Fußgänger- und Fahrradbrücke am Kielkamp, die nördlich der Behringstraße über die A7 führt, abzureißen. Stattdessen sollen die Radfahrer und Fußgänger während der mehrjährigen Bauphase die etwa 500 Meter südlich gelegene Bahrenfelder Chaussee nutzen.

Dagegen regt sich jetzt Widerstand im Bezirk Altona. Grüne, CDU, FDP und SPD haben in dieser Woche in der Bezirksversammlung gemeinsamen einen Antrag formuliert, in dem sie eine Ersatzbrücke für Fußgänger und Radfahrer fordern. Ohne sie würden „im Bezirk gewachsene Verbindungen mindestens ein halbes Jahrzehnt lang zerschnitten statt zusammenwachsen“. Der Umweg über die Bahrenfelder Chaussee sei nicht zumutbar.

Die  Wirtschaftsbehörde warnt vor voreiligen Schlüssen. Noch bis zum 11.Dezember könnten Einwendungen eingereicht werden. Es danach würden die Eingänge ausgewertet und die Planungen möglicherweise noch modifiziert.

Der Deckel Altona (Bahrenfeld/Othmarschen) ist mit einer Länge von 2230 Metern der längste der drei Deckel. Die bereits im Bau befindlichen Deckel weiter nördlich bei Stellingen und Schnelsen sind mit 890 beziehungsweise 560 Metern deutlich kürzer. Die Deckel bekommen ein begrüntes Dach; auf 15 Hektar Fläche entstehen Parkanlagen, Kleingärten und Wanderwege.

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