Hamburg : A7-Ausbau: Turbobaustelle südlich des Elbtunnels

Südlich des Elbtunnels verläuft die A7 als Hochstraße Elbmarsch auf Brücken. In die Lücke zwischen den Bauwerken setzen die Ingenieure zwei zusätzliche Fahrspuren.
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Südlich des Elbtunnels verläuft die A7 als Hochstraße Elbmarsch auf Brücken. In die Lücke zwischen den Bauwerken setzen die Ingenieure zwei zusätzliche Fahrspuren.

Die Hamburger Planer wollen bei der neuen Baustelle im Drei-Schicht-Betrieb arbeiten lassen.

shz.de von
20. Februar 2018, 19:54 Uhr

Hamburg | Jetzt wird die A7 in Hamburg endgültig zur Megabaustelle: Während der Ausbau der Autobahn nördlich des Elbtunnels noch bis weit in die 2020er Jahre hinein andauert, startet in diesem Jahr auch südlich der Röhre die Verbeiterung von sechs auf acht Spuren. „Wir wollen im Sommer mit den ersten Arbeiten beginnen“, kündigte Martin Steinkühler an, der Verantwortliche der Projektgesellschaft Deges. Wie schon am nördlichen Elbufer wird es dann auch dort zwischen Tunnelportal und Anschlussstelle Moorburg für mehrere Jahre nur langsam vorangehen. Zwar bleiben drei Fahrspuren je Richtung erhalten, jedoch eingeengt und bei Tempolimits von 60 oder 80.

Immerhin gibt es Hoffnung auf ein bisschen Schadensbegrenzung für staugeplagte Autofahrern. Die Hamburger Planer wollen bei der neuen Baustelle gehörig auf die Tube drücken und im Drei-Schicht-Betrieb arbeiten lassen - im Klartext: wann immer möglich 24 Stunden am Tag. Die Gesamtdauer der auf sechs Jahre veranschlagten Maßnahme ließe sich so um anderthalb Jahre verringern, heißt es aus der Verkehrsbehörde.

Stützen im schlammigen Marschboden

Anders als im Norden gibt es in diesem Bereich keine angrenzende Wohnbebauung, so dass auch nächtlicher Baulärm zulässig wäre. Allerdings: Das letzte Wort über die 24-Stunden-Turbo-Baustelle spricht nicht Hamburg, sondern der Bund. Der ist als Autobahnträger fürs Bezahlen zuständig und müsste die erheblichen Mehrkosten eines Drei-Schicht-Betriebes übernehmen.

Die Baustelle hat es ohnehin in sich. Südlich des Elbtunnels verläuft die A7 als „Hochstraße Elbmarsch“ aufgeständert auf Brücken – je Richtung eine. Die beiden zusätzlichen Fahrspuren sollen innenseitig in die Lücke dazwischen gesetzt werden, wofür zusätzliche Stützen im schlammigen Marschboden erforderlich sind. Sicherheitshalber haben die Deges-Ingenieure das gewählte Bauverfahren auf einem 100 Meter langen Pilotabschnitt schon mal getestet. Mit Erfolg, wie der Projektverantwortliche Steinkühler sagt. „Die Gründungen waren sehr gut.“ Die Methode soll deshalb in dem gesamten, rund vier Kilometer langen Bereich angewendet werden.

Los geht’s allerdings mit dem Neubau des sogenannten Rampenbauwerks direkt am Tunnelportal. Die ebenfalls aufgeständerte 400 Meter lange Zu- und Ausfahrt für die vier Röhren ist so marode, dass sie abgerissen und durch einen Damm ersetzt werden muss.

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