Weniger Auslastung wegen Corona : Wie leerstehende Büros und Parkhäuser in Hamburg zu Wohnungen werden

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Umgewandelt in Wohnungen: Bogenallee 10-12 in Harvestehude.
Umgewandelt in Wohnungen: Bogenallee 10-12 in Harvestehude.

Über eine halbe Million Quadratmeter Bürofläche stehen leer. Warum sie nur selten in Wohnraum umgewandelt werden.

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22. März 2021, 13:09 Uhr

Hamburg | Ein leerstehendes Parkhaus in der Altstadt: darin entstehen bald 70 Mietwohnungen. Aus Büroräumen in Harvestehude wurden bereits schicke Eigentumswohnungen. Das Potenzial ist groß. Über eine halbe Million Quadratmeter Bürofläche stehen in Hamburg leer. Doch die vielen Möglichkeiten werden bislang kaum genutzt, um Wohnraum zu schaffen.

Ein eigenes Förderprogramm gibt es dafür aber nicht. Behörde für Stadtentwicklung

Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen unterstützt solche Projekte tatkräftig, versichert Sprecherin Susanne Enz. „Ein eigenes Förderprogramm gibt es dafür aber nicht.“ Auch einen Überblick der die bereits abgeschlossenen Umwandlungen kann die Behörde nicht bieten.

Ein Förderprogramm wurde in aller Stille versenkt

In der Vergangenheit hatte die Wohnungsbaukreditanstalt, die 2013 zur Hamburgischen Investitions- und Förderbank umorganisiert wurde, ein kurzfristiges Förderprogramm aufgelegt. In den Jahren 2010 und 2011 waren 3,5 Millionen Euro an Fördermitteln geflossen und 277 neue Wohnungen in ehemaligen Bürogebäuden entstanden. Danach wurde das Programm in aller Stille wieder versenkt.

Dabei standen in Hamburg Ende vergangenen Jahres 575.000 Quadratmeter Bürofläche leer. Nur 20 Prozent davon mit moderner Ausstattung, wie die Bank BNP Paribas Real Estate in ihrem Marktbericht ermittelt hat. Damit hat sich im Laufe der vergangenen zehn Jahre zwar der Leerstand halbiert, doch angesichts des Trends zum Homeoffice scheint ein Run auf die ungenutzten Reserven kaum in Sicht.

Nicht jedes Gebäude eignet sich zur Umnutzung

Dass sich längst nicht jedes Bürogebäude zur Umnutzung eignet, betont Behördensprecherin Enz. Probleme gebe es zum Beispiel bei der Gebäudetiefe, der Geschosshöhe oder der Lage von Treppen und Schächten. „Die Erschließung und die Installation von Versorgungssträngen können je nach Gebäudetyp sehr aufwändig bis unmöglich sein.“ Mitunter könne ein sehr zeitaufwändiges Planverfahren erforderlich sein.

Auch Parkhäuser bieten viel ungenutzten Raum

Auch Parkhäuser bieten viel ungenutzten Raum. So hat der Senat bereits 2017 auf eine kleine Anfrage der FDP mitgeteilt, dass die Stellplätze an den Park & Ride Stationen nur zu 63 Prozent ausgelastet waren. Das Parkhaus in Neuwiedenthal nur zu 24 Prozent und das in Poppenbüttel zu 39 Prozent. Corona und das Homeoffice haben nun zusätzlich die Pendlerströme ausgedünnt.

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In der Neuen Gröninger Straße in der Altstadt ist ein Parkhaus bereits komplett geschlossen worden. Der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen hat das Objekt der Genossenschaft Gröninger Hof übergeben.

Im Dezember startete der Architekturwettbewerb für das Umbaukonzept. Wo früher Autos parkten, will die Genossenschaft preiswerte Wohnungen errichten. Auf den unteren Ebenen sollen Räume für Kultur und Gewerbe entstehen. In die kaum bewohnte Innenstadt könnte ein Stück urbanes Leben zurückkehren.

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