Nach Kündigung des Mietvertrags : Hans Albers, die Beatles und Domenica ziehen von Hamburg aufs Land

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Museumsfreund Christian hilft Hans Albers beim Umzug.
Museumsfreund Christian hilft Hans Albers beim Umzug.

Weil der Mietvertrag an der Davidstraße gekündigt wurde: Das St. Pauli Museum steht jetzt im Landkreis Stade.

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17. Februar 2021, 13:48 Uhr

Hamburg | Das St. Pauli Museum steht jetzt im Landkreis Stade. Auch Hans Albers musste nach Behrste umziehen, samt Kisten und Kasten aus dem umfangreichen Bestand des legendären Museums, das der berühmte Kiezfotograf Günter Zint (80) gegründet und 33 Jahre lang betrieben hat. Bis 2019 der Mietvertrag in der Davidstraße gekündigt wurde.

Das ehemalige St. Pauli Museum in der Davidstraße.
Dagmar Gehm
Das ehemalige St. Pauli Museum in der Davidstraße.

Das riesige Archiv aus Erinnerungsstücken und über sechs Millionen Fotos und Dokumenten aus 250 Jahren St. Pauli musste vorübergehend anderweitig beherbergt werden: „Ein Teil wanderte in die Galerie am Nobistor, die in dieser Woche wegen Corona wieder aufgegeben wird. Außerdem hat uns das Boardinghouse St. Pauli seit über einem Jahr zwei kostenlose Räume in der Tiefgarage überlassen, die wir nach dem Lockdown natürlich wieder räumen müssen“, sagt Zint.

Günter Zint mit Domenica-Figur.
Dagmar Gehm
Günter Zint mit Domenica-Figur.

Auf dem Bauernhof in der „Freien Republik Behrste“

Über 80 Prozent des Museumsbestands wurde nun zum Bauernhof in der „Freien Republik Behrste“ transportiert, wie er sein ländliches Domizil bezeichnet: „Freunde des Museums haben den Umzug organisiert, mobilisiert durch meine tollen Mitarbeiter.“

In der großen Sattelkammer des Pferdestalls und in einem Anbau ist das Museum „warm und trocken“ untergebracht, darunter die Gitarre von Paul McCartney, der mit seiner Frau Linda das Museum 1988 mit eröffnet hatte, das alte Hein-Köllisch-Klavier und Nachlässe alter Varietés wie dem Alkazar, Allotria und Trichter. Alles befindet sich unter einem Dach – das Pan-Archiv und das Museum. Die Agentur Panfoto hatte bereits 1997 Einzug in Behrste gehalten.

Günter Zint in seinem Archiv.
privat
Günter Zint in seinem Archiv.

Allerdings sollen Archiv und Museum irgendwann wieder zurück nach St. Pauli. Der Kultfotograf träumt vom alten Apollo-Hallenbad am Spielbudenplatz, das seit 41 Jahren leer steht.

Dank großzügiger Unterstützung von Udo Lindenberg und der „Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur“ von Jan Philipp Reemtsma braucht sich Zint um die Zukunft des St. Pauli Museums keine Sorgen mehr zu machen.

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In Kürze wird die „Günter Zint Experience"-Stiftung gegründet und den kompletten Bestand übernehmen. „Ich hoffe, dass dies jetzt der letzte Umzug unter meiner Verantwortung war“.

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