Prozess in Hamburg : Werbung für Islamischen Staat auf Instagram – mehr als drei Jahre Haft verhängt

Avatar_shz von 03. Dezember 2021, 15:38 Uhr

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Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann auf Instagram Bilder, Texte und Videos veröffentlichte, in denen zum Dschihad (Heiliger Krieg) gegen Andersgläubige aufgerufen wurde.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann auf Instagram Bilder, Texte und Videos veröffentlichte, in denen zum Dschihad (Heiliger Krieg) gegen Andersgläubige aufgerufen wurde.

Der 28-jährige Mann ist in der Vergangenheit durch Körperverletzungen strafrechtlich aufgefallen und hat bereits Zeit in Haft verbracht.

Hamburg | Ein 28-Jähriger, der im Internet für den Islamischen Staat (IS) geworben hat, ist vom Hanseatischen Oberlandesgericht zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Bilder, Texte und Videos auf Instagram Das Gericht in Hamburg sah es nach Angaben eines Sprechers vom Freitag als erwiesen an, dass der Deutsche im Sommer 2020 in drei Fällen bei Instagram Bilder, Texte und Videos veröffentlichte, in denen zum Dschihad (Heiliger Krieg) gegen Andersgläubige aufgerufen wurde. Die Nutzer der Medien sollten animiert werden, sich in Syrien oder im Irak vom IS zu Kämpfern ausbilden zu lassen und in den Glaubenskrieg zu ziehen. Angeklagter verprügelte Anwohner in Hamburg Der 28-Jährige war bereits am 25. März dieses Jahres vom Amtsgericht St. Georg wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung zu einem Jahr und vier Monaten Haft verurteilt worden – dies wurde in die nun verhängte Gesamtstrafe miteinbezogen. Zusammen mit zwei Mitangeklagten betete er im Oktober 2020 in einer Hofeinfahrt eines Hamburger Mehrfamilienhauses. Als ein Anwohner die drei Männer bat, ihn mit seinem Auto durchzulassen, verprügelten sie ihn. Verteidigung plädiert im aktuellen Fall auf Freispruch Die Staatsanwaltschaft hatte unter Einbeziehung der Verurteilung durch das Amtsgericht eine Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten gefordert. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Sollte es dennoch zu einer Verurteilung komme, dürfe die Strafe nicht über drei Jahre hinausgehen, lautete die Forderung. Angeklagter bereits 2016 wegen Körperverletzung verurteilt In dem Prozess, der Anfang August begonnen hatte, schwieg der Angeklagte. Der Mann habe eine „problembehaftete“ Kindheit gehabt, sagte der Gerichtssprecher. Er habe keinen Beruf erlernt. Bereits 2016 sei er wegen Körperverletzung verurteilt worden und habe eine Zeit in Haft gesessen. Danach sei der Angeklagte konvertiert und habe sich radikalisiert. Nach dpa-Informationen führten auch Erkenntnisse des Hamburger Verfassungsschutzes zu der Verurteilung. ...

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