Hamburg : 8 Millionen: Mehr staatliche Zuschüsse für Privatschulen

Nachdem die Kosten an den staatlichen Schulen neu berechnet wurden, bekommen auch die freien Träger mehr pro Schüler.

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10. September 2018, 19:22 Uhr

Hamburg | Die staatlichen Zuschüsse für die Hamburger Privatschulen werden deutlich erhöht. Es gehe um jeweils acht Millionen Euro mehr in diesem und im nächsten Jahr für Schulgebäude, Personalkosten und eine bessere Finanzierung der Ganztagsbetreuung, teilte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Montag mit.

Hamburg liege damit „auch bei der Finanzierung der Privatschulen bundesweit ganz vorn“. Seit 2011 erhalten Privatschulen in Hamburg 85 Prozent der sogenannten Schülerjahreskosten im staatlichen Schulsystem. Die restlichen 15 Prozent müssen vom Träger aufgebracht werden, etwa durch Elternbeiträge.

Die Schülerjahreskosten seien wegen einer Neuberechnung der Personal-, Gebäude- und Ganztagskosten für die staatlichen Schulen 2018 und 2019 deutlich kräftiger als üblich gestiegen, so die Behörde. Dies komme nun auch den Privaten zugute. Darüber hinaus könnten Privatschulen in den nächsten Jahren aus Bundes- und Landesprogrammen rund 25,5 Millionen Euro für die Verbesserung ihrer Schulen erhalten.

150 Millionen Euro für jährlich für Privatschulen

Privatschulen seien ein wichtiger Teil der Schullandschaft, betonte Rabe. „Wir finanzieren die Privatschulen im Bundesvergleich mit rund 150 Millionen Euro jährlich auch deshalb hervorragend, damit die Elternbeiträge sozial verträglich bleiben, 200 Euro pro Monat nicht überschreiten und Stipendien für Schülerinnen und Schüler aus allen sozialen Schichten vergeben werden.“

Während die mitregierenden Grünen die Anpassung der Zuschüsse als „gute Nachricht für die Stadt“ lobten, sprach die Vorsitzende der FDP-Bürgerschaftsfraktion, Anna von Treuenfels-Frowein, von einer „Mogelpackung“. Eine wirklich relevante zusätzliche Steigerung der Mittel liege gar nicht vor. Zudem bleibe „die Förderung der Schulen in freier Trägerschaft intransparent und unnötig kompliziert“.

Stefanie von Berg, bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, sieht die Privatschulen dagegen „nun auf solidere Beine“ gestellt. „Die Förderung von Investitionen, die Zuschüsse für Schulgebäude und die Gleichstellung des Ganztags werden zu deutlichen Verbesserungen führen und das Lernklima günstig beeinflussen“, sagte sie.

In Hamburg besuchen laut Schulbehörde 20.244 Schüler Privatschulen – rund jeder zehnte Schüler. Größter Träger ist mit bislang noch 21 Schulen die katholische Kirche. Nach Plänen des Erzbistums sollen mindestens fünf Schulen aus Kostengründen geschlossen werden.

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