zur Navigation springen

Streit in Erstaufnahmelager eskaliert : 60 Flüchtlinge gehen in Hamburg-Wilhelmsburg aufeinander los

vom

Bei der Massenschlägerei am Abend werden mehrere Flüchtlinge verletzt. Auch eine Schusswaffe soll gesehen worden sein.

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2015 | 06:30 Uhr

Hamburg | In Erstaufnahmeeinrichtungen in Hamburg und Braunschweig ist es am Dienstabend zu Schlägereien zwischen Flüchtlingen verschiedener Nationalitäten gekommen. In einem Erstaufnahmelager in Hamburg seien rund 30 Albaner und Afghanen teilweise mit Eisenstangen aufeinander losgegangen, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. In der Landesaufnahmebehörde (LAB) des Landes Niedersachsen in Braunschweig brach der Polizei zufolge ein Streit zwischen Algerier und Syrern aus - 300 bis 400 Flüchtlinge beteiligten sich demnach an der Prügelei.

Nach der Auseinandersetzung in dem Lager im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg wurden der Polizei zufolge drei Menschen in Gewahrsam genommen. Einer von ihnen habe mehreren Zeugen zufolge einem anderen Flüchtling eine Waffe an den Kopf gehalten. Trotz des Einsatzes eines Spürhundes sei die Waffe nicht gefunden worden. Bei der Schlägerei seien fünf Menschen leicht verletzt worden, einer habe einen Stich in den Arm bekommen und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Dass es sich dabei um einen Messerstich handelte, habe sich nicht bestätigt.

Der Auslöser der Schlägerei war demnach ein Streit zwischen einem 17-jährigen Albaner und einem 18-jährigen Afghanen im Sanitärbereich der Einrichtung. Jeweils etwa fünf Landsleute der beiden Kontrahenten beteiligten sich an der Schlägerei mit Eisenstangen, bei der dem 18-Jährigen eine Kopfverletzung zugefügt wurde. Er wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Genaue Einzelheiten zum Tatablauf sind derzeit noch nicht bekannt. Nach der Auseinandersetzung sei auch eine Matratze in einem Zelt angezündet worden, in dem mehrere Albaner untergekommen waren. Zwei Personen seien dabei durch Rauch verletzt worden.

Der Anlass für die Prügelei in Braunschweig waren laut Polizeisprecher einige gestohlene Gegenstände. Verletzte habe es keine gegeben. Nach anderthalb Stunden konnte die Polizei demnach mit rund 60 Beamten die Situation beruhigen. Ein Mann sei festgenommen worden, der am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt wird.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert