Isländischer Fußgängerüberweg : 3D-Zebrastreifen für Hamburg: Opposition will den Test

<p>Dieser Fußgängerüberweg in Island hebt sich ab.</p>

Dieser Fußgängerüberweg in Island hebt sich ab.

Der ADAC kritisiert den Vorschlag der FDP, er sieht darin eher eine Verkehrsgefährdung.

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05. Februar 2018, 11:57 Uhr

Hamburg | Die Isländer haben ihn aus Indien nach Europa gebracht: Den Zebrastreifen mit 3D-Effekt, der die rechten Beine von Autofahrern über eine optische Täuschung reflexartig zum Bremspedal bewegen soll. Der verkehrsstrategische Kniff mit Kunstflair aus Ísafjörður in den entlegenen Westfjorden soll nun auch in Hamburg getestet werden – dafür sprechen sich die Bürgerschaftsfraktionen von CDU und FDP aus. Die Freien Demokraten haben einen Antrag in die Bürgerschaft eingereicht.

Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Ewald Aukes, erhofft sich nicht nur touristische Anziehungskraft sondern konkret mehr Sicherheit auf den Straßen: „3D-Zebrastreifen können aufgrund ihrer besonderen Optik zu mehr Aufmerksamkeit bei Autofahrern beitragen“, sagte er dem „Hamburger Abendblatt“. Bestrebungen dieser Art gibt es inzwischen in ganz Europa. Linz hat einen Teststreifen Ende 2017 auf den Asphalt gemalt. In mehreren deutschen Kommunen und Städten – darunter Braunschweig und Düsseldorf – gibt es ähnliche Überlegungen. Befürworter und Initiatoren gibt es nicht nur bei den bürgerlichen Parteien sondern auch bei den Grünen.

Der ADAC ist allerdings gegen solche Exzellenz-Fußgängerüberwege. Von den 1440 Unfällen mit Passanten in Hamburg 2016 seien nur 57 an Zebrastreifen entstanden, „3D-Zebrastreifen sind auch deshalb nicht notwendig“, sagte Sprecher Christian Hieff der Zeitung. Das Organ der deutschen Autofahrer hält herkömmliche Streifen für sicher genug.

Sicherheitsrelevanz strittig

Hieff hat sogar Zweifel daran, dass die futuristisch anmutende Straßenkunst einen positiven Effekt auf die Verkehrssicherheit hat. „Autofahrer, die den 3-D-Streifen nicht kennen, sind vermutlich irritiert. Unkontrolliertes Abbremsen und Auffahrunfälle könnten die Folge sein“, sagt Hieff. Außerdem vermutet er, dass schnell ein Gewöhnungseffekt einsetzt.

Dem widersprechen die Hamburger Initiatoren in Person von Dennis Thering: „Leider ist es immer wieder der Fall, dass Autofahrer bewusst oder auch unbewusst Zebrastreifen missachten oder übersehen und es so zu gefährlichen Situationen mit Fußgängern und Radfahrern kommt. Die 3-D-Zebrastreifen könnten hier Abhilfe schaffen und die Autofahrer sensibilisieren“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion.

Die wie Balken wirkenden Streifen werden mit grau-schwarzen Farbschattierungen auf den Asphalt gemalt. Dadurch entsteht ein Eindruck von Räumlichkeit. Fahrzeugführer bekommen recht plötzlich den Eindruck, dass sich dort ein Hindernis befindet. Der Effekt wirkt allerdings nur in einer Fahrtrichtung.

Braucht Hamburg 3D-Fußgängerüberwege?

 
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