zur Navigation springen

Hamburger Polizei : 300 Festnahmen durch „Soko Castle“ – Warnung wegen dunkler Jahreszeit

vom

Die Sonderkommission gegen Einbruchskriminalität setzt auf die Mithilfe der Hamburger - „so wie St. Pauli oder der HSV die Fußballfans im Stadion brauchen“.

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2017 | 10:59 Uhr

Hamburg | Mit Beginn der dunklen Jahreszeit schlagen Einbrecher erfahrungsgemäß häufiger zu. Viel Arbeit für die „Soko Castle“ der Hamburger Polizei, die wieder auf die Mithilfe der Bevölkerung setzt. Polizeipräsident Ralf Martin Meyer erneuerte am Donnerstag den Appell an die Hamburger, schon beim kleinsten Verdacht die 110 zu wählen. 1,8 Millionen Augenpaare sähen mehr als Tausende Polizisten, sagte Meyer. „So wie St. Pauli oder der HSV die Fußballfans im Stadion brauchen, so brauchen wir auch unsere Hamburgerinnen und Hamburger an unserer Seite.“ Mit einem Grundsockel von rund 100 Beamten geht die Sonderkommission in der dunklen Jahreszeit, wenn es seit Jahren signifikant mehr Einbrüche als im Frühling und Sommer gibt, auf Verbrecherjagd. Mit Erfolg, wie Meyer und LKA-Chef Frank-Martin Heise betonten.

Habe es zwischen Januar und September 2015 noch 6408 Einbrüche gegeben, so seien es im gleichen Neun-Monats-Zeitraum dieses Jahres nur noch 4252 gewesen, sagte Heise. „Die Entwicklung ist gut“, sagte Meyer, der die „Soko Castle“ als „bundesweit durchaus führend“ bezeichnete. Für die kommenden Monate im Herbst und Winter erwarte die Polizei aber erst mal wieder einen Anstieg, sagte Heise.

Im August 2015 war die „Soko Castle“ zur Bekämpfung von Einbruchskriminalität gegründet worden. Seitdem haben Beamte der Sonderkommission etwa 300 mutmaßliche Täter festgenommen. „Ungefähr 270 von denen haben auch einen Haftbefehl bekommen“, sagte „Soko Castle“-Leiterin Alexandra Klein. „Unsere Täter sind Serientäter.“

Eine Masche bereitet der Soko derzeit besonderes Kopfzerbrechen: Einbrecher, die über das Dach in Einzelhäuser gelangen. Dafür nehmen die Täter Dachplatten ab, durchsägen Dachlatten, treten das Dämmmaterial ein und steigen ein. Im vergangenen Jahr habe die Serie der „Dacheinsteiger“ begonnen, seitdem habe es rund 30 Fälle gegeben, berichtete Klein. „Das sind ganz besondere Taten.“ Bei keinem einzigen der Einbrüche seien die Bewohner im Haus gewesen, oftmals habe es im Inneren keine Alarmanlage gegeben. In einem Fall sei ein mehrfacher Millionenschaden entstanden, sagte Klein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen