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Asklepios-Klinik in Hamburg : 29-Jähriger stirbt im Krankenhaus – Verdacht auf fahrlässige Tötung

vom

Ein junger Mann wird im März 2014 mit Übelkeit sowie Hals- und Nackenschmerzen eingeliefert. Er wird in den Warteraum geschickt. Zwei Tage später ist er tot.

shz.de von
erstellt am 24.Jun.2015 | 18:22 Uhr

Hamburg | Nach dem Tod eines jungen Mannes in einer Hamburger Klinik hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch Krankenhaus-Unterlagen sichergestellt. Der 29-Jährige sei im März 2014 mit einem Rettungswagen mit Kopf- und Nackenschmerzen sowie Übelkeit in die Asklepios Klinik Wandsbek gebracht worden, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nana Frombach. In der Notaufnahme sei er aber in den Warteraum geschickt worden. Danach habe er einen Krampfanfall erlitten. Zwei Tage später sei er an den Folgen einer Hirnblutung gestorben.

Jetzt werde wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt, sagte Frombach - aber noch nicht gegen einen namentlich bekannten Arzt. Es seien Unterlagen zu dem Vorfall in den Kliniken in Wandsbek und Altona sichergestellt worden, die jetzt ausgewertet würden.

Nach Informationen des Magazins „Panorama 3“ im NDR Fernsehen und des Hamburger Radiosenders NDR 90,3 erkannte der behandelnde Arzt offenbar nicht die Schwere der Erkrankung. Dem Magazin liege ein internes Protokoll vor, in dem von einer „eklatanten Fehleinschätzung“ die Rede sei. Bei dem „jungen, sonst gesunden Patienten“ sei eine „lebensbedrohliche Erkrankung übersehen worden“.

Der Sprecher des Klinikkonzerns, Rune Hoffmann, bedauerte den Fall. Im Übergabeprotokoll des Rettungswagen-Teams sei von Kreislaufproblemen die Rede gewesen. Eine akute Bedrohung und die Zuspitzung des Zustands seien nicht absehbar gewesen. Der interne Bericht spreche zwar in der Tat von einer Fehleinschätzung, allerdings aus heutiger Sicht. Die Klinik unterstütze die Staatsanwaltschaft bei den Ermittlungen.

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