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Gastschulabkommens zwischen Hamburg und SH : 217 Kinder nutzen Wahlfreiheit und gehen in Hamburg zur Schule

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Das Abkommen trat am 1. Januar in Kraft. Ob alle Anmeldewünsche in Erfüllung gehen, ist unklar.

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2017 | 08:45 Uhr

Hamburg | Auf diese Zahlen hatten sie in der Hamburger Schulbehörde mit einiger Spannung gewartet. Nach der Neuregelung des Gastschulabkommens mit Schleswig-Holstein nutzen 217 Kinder aus dem nördlichen Nachbarland die neue Wahlfreiheit und haben sich zur fünften Klasse einer weiterführenden Schule in der Metropole angemeldet. Verteilt auf insgesamt 116 Gymnasien und Stadtteilschulen. Das geht aus den Ergebnissen der Anmelderunde zum Schuljahr 2017/2018 hervor. Damit haben knapp zwei Prozent der 13.700 angehenden Fünftklässler ihren Wohnsitz in Schleswig-Holstein. „Wir hatten keinerlei Erwartung, wie hoch die Zahl ausfallen würde“, gestand Schulbehördensprecher Peter Albrecht.

Landesgrenzen sind in Deutschland meist Bildungsgrenzen. Wer in einem Bundesland wohnt, muss dort auch zur Schule gehen. Das Abkommen schafft eine Freizügigkeit, die Schülern und Eltern im Hamburger Speckgürtel das Leben erleichtert.

Schulsenator Ties Rabe und seine Kieler Amtskollegin Britta Ernst (beide SPD) hatten vereinbart, die weiterführenden Schulen ab Klasse 5 und Klasse 10 erstmals über die Landesgrenze hinweg freizugeben. Bisher drücken offiziell etwa 4000 Jungen und Mädchen aus dem hohen Norden in der Hansestadt die Schulbank. Hinzu kommt eine unbekannte Zahl von „Schwarz“-Schülern mit Scheinadressen. Beliebt sind Schulen im Stadtstaat vor allem dann, wenn sie näher am Wohnort der Umlandkinder liegen als die dortigen.

Diese Motivation bestätigt die Übersicht der Schulbehörde zur aktuellen Anmelderunde. Den größten Zulauf von Auswärtigen gibt es demnach am Luisen-Gymnasium in Bergedorf mit 23 – annähernd in Klassenstärke – sowie für das Hansa-Gymnasium (Bergedorf, 19); beide sind vom Kreis Herzogtum Lauenburg aus gut erreichbar. Es folgen das Gymnasium Heidberg (Langenhorn, 14), unweit von Norderstedt, sowie das Walddörfer-Gymnasium Volksdorf (13) an der Grenze zum Kreis Stormarn. Auf Platz fünf findet sich die Julius-Leber-Schule (12) in Schnelsen nahe Halstenbek (Kreis Pinneberg). Eine Zuordnung der angemeldeten Kinder nach Kreisen liegt nicht vor.

Rechnerisch verursachen 217 Gastschüler für Hamburg zusätzliche Kosten von immerhin rund 1,8 Millionen Euro pro Schuljahr. Für die gesamten schleswig-holsteinischen Gastkinder zahlt Kiel in diesem Jahr 13,7 Millionen Euro an Hamburg. Ein Nachschlag wegen der neuen Wahlfreiheit ist nicht vorgesehen. Aktuelle Zahlen über Neuanmeldungen Hamburger Kinder in Schleswig-Holstein sind nicht bekannt.

Ob alle Anmeldewünsche in Erfüllung gehen, ist ohnehin unklar. Laut Gastschulabkommen dürfen eigene Landeskinder bevorzugt behandelt werden, sollte eine Schule überfüllt sein. Die Entscheidung fällt bis April.

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