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Deutsche Scherl wird Dritte : 2:06:59: Tesfaye Abera gewinnt Hamburg-Marathon

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Aus der Onlineredaktion

Tesfaye Abera wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Die Regensburgerin Anja Scherl schaffte die Olympia-Norm.

Hamburg | Beim Marathon-Spektakel in Hamburg hat die Regensburgerin Anja Scherl in einem Weltklassefeld überrascht und die Norm für die Olympischen Spiele in Rio erfüllt. Sie verbesserte mit 2:27:50 Stunden ihre bisherige Bestzeit um mehr als acht Minuten. „Es war ein fantastisches Rennen. Ich kann es noch nicht glauben, dass ich für Rio qualifiziert bin“, sagte Scherl. Schneller als die 30-Jährige waren am Sonntag nur die Äthiopierinnen Meselech Melkamu, die in 2:21:54 Stunden den Streckenrekord gleich um mehr als zwei Minuten verbesserte, und Meseret Hailu (2:26:26).

Bei den Männern gewann Topfavorit Tesfaye Abera die 31. Auflage des Marathons quer durch die Hansestadt. Der Weltjahresbeste aus Äthiopien setzte sich mit der Zeit von 2:06:58 Stunden vor den Kenianern Philemon Rono (2:07:20) und Josphat Kiprono (2:10:44) durch. „Am Ende wurde es sehr hart, weil es sehr windig und ich alleine war“, sagte Abera. Bester Deutscher wurde zum dritten Mal in Serie in Hamburg der Regensburger Julian Flügel als 22. in 2:17:10 Stunden. Er hatte die Rio-Norm (2:14:00) zuvor schon gemeistert.

Während Flügel diesmal eine absolute Topzeit verpasste, lief Scherl das Rennen ihres Lebens. Als sie die Ziellinie als Sensationsdritte überquerte, sank sie erschöpft, aber überglücklich zu Boden, fiel Marathon-Organisator Frank Thaleiser in die Arme und ließ sich dann von den Zuschauern nahe der Messehalle feiern. „Ich bin echt verblüfft, das war fantastisch“, sagte die Feierabendläuferin, die einen 40-Stunden-Job als Software-Entwicklerin ausübt. „Dass es so ausgeht, damit hatte ich nicht gerechnet.“ Neben Scherl haben bei den Frauen bisher nur die Zwillinge Lisa und Anna Hahner (Gengenbach) die Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes für Olympia (2:30:30) erfüllt. Mit ihrer Zeit schob sich Scherl zudem auf Platz acht der deutschen Bestenliste vor.

Die gebürtige Hamburgerin Mona Stockhecke verpasste zwar die deutsche Rio-Norm, steigerte dafür aber bei ihrem ersten Marathon seit 2013 als Zehnte die persönliche Bestleistung auf 2:33:43 Stunden. „Das ist einfach genial“, sagte Stockhecke nach ihrem Heimspiel.

Auf ein solches hatte der deutsche Rekordhalter Arne Gabius bewusst verzichtet. Statt in seiner Heimatstadt anzutreten, entschied er sich für einen Start am kommenden Wochenende in London. Das tat der Begeisterung aber keinen Abbruch, auch in diesem Jahr säumten Hunderttausende die Strecke und feuerten die Läufer an. „Es herrschte eine unglaublich gute Stimmung, das ist bewegend“, sagte Sportsenator Andy Grote (SPD).

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erstellt am 17.Apr.2016 | 11:49 Uhr

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