Mit Tempo 200 : 17-Jähriger fährt auf Dach eines ICE mit und erleidet schweren Stromschlag

In einem ICE ist es nach einem Streit üner ein lautstarkes Telefonat zu einer Schlägerei zwischen zwei Männern im fortgeschrittenen Alter gekommen. /Archiv
Ein außerplanmäßiger Halt war für den Verletzten großes Glück, er konnte das Dach verlassen.

Die Fahrt des Hamburgers endete in Niedersachsen mit schwersten Verletzungen. Die Hintergründe sind noch unklar.

shz.de von
10. August 2018, 15:29 Uhr

Nienburg/Hamburg | Ein 17-jähriger Hamburger ist auf dem Dach eines ICE mitgefahren und durch einen Stromschlag schwer verletzt worden. Nach Angaben der Bundespolizei Hannover fuhr der junge Mann am Donnerstag auf dem Dach eines ICE aus Richtung Hamburg kommend mit, der nach Kassel unterwegs war. Möglicherweise in der Nähe von Verden, so vermutet die Polizei, muss der Hamburger einen Stromschlag aus der über ihm verlaufenden Oberleitung bekommen haben.

In Nienburg musste der Zug außerplanmäßig halten. „Von dem jungen Mann war zu dem Zeitpunkt noch nichts bekannt. Zwar haben die Zugbegleiter während der Fahrt einen Knall gehört, diesen aber nicht mit einem möglichen Mitfahrer auf dem Dach in Verbindung gebracht“, sagt Detlef Lenger, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Hannover, auf Nachfrage unserer Redaktion.

Zustand stabil

Für den Mann bedeutete der zufällige Halt des ICE großes Glück: Er konnte mit seinem Rucksack das Zugdach schwer verletzt verlassen und bat bei einer nahegelegenen Baufirma um Hilfe. Die Mitarbeiter verständigten sofort den Rettungsdienst, der dann aber entschied, den Patienten per Hubschrauber in eine Spezialklinik nach Hannover zu fliegen.

Offenbar war der Jugendliche allein. Die Absuche eines Polizeihubschraubers nach weiteren Personen ergab keine Ergebnisse. Die Ermittlungen der zuständigen Bundespolizei zu Tathergang und Motivation sind noch am Anfang. Ermittler der Bundespolizei fanden auf dem Zugdach die entsprechenden Spuren seiner Mitfahrt. Der Mann ist derzeit gesundheitlich stabil, auf eine Vernehmung wurde aber aufgrund seines Zustandes noch verzichtet.

Bis zu 15.000 Volt

In diesem Zusammenhang warnt die Bundespolizei vor derartig riskanten und lebensgefährlichen Mutproben. Bereits bei einer Annäherung von 1,5 Metern kann es zu einem Spannungsüberschlag mit bis zu 15.000 Volt kommen. Sehr oft sind schwere Verbrennungen und innere Verletzungen die Folge, die auch Wochen später noch zum Tode führen können. Bei Geschwindigkeiten der Züge um die 200 Stundenkilometer können Abstürze oder Berührungen tödlich enden.

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