Darmentzündung : 15 tote Alsterschwäne in Hamburg – Ersatz aus dem Saarland

Wegen des heißen Wetters sind die Hamburger Alsterschwäne erstmals in einem Sommer in ihr Winterquartier gebracht worden. Andere Vögel waren wegen der Auswirkungen des Hitzesommers verendet.
Wegen des heißen Wetters sind die Hamburger Alsterschwäne erstmals in einem Sommer in ihr Winterquartier gebracht worden. Andere Vögel waren wegen der Auswirkungen des Hitzesommers verendet.

Mehrere Nestlinge und Schwäne sind in diesem Sommer gestorben. Für die Hinterbliebenen gibt es neue Genossen.

shz.de von
12. Oktober 2018, 06:54 Uhr

Hamburg | Den Alsterschwänen hat der heiße Sommer zu schaffen gemacht. 15 tote Tiere – so lautet die traurige Bilanz, die das zuständige Bezirksamt Hamburg-Nord zusammen mit Schwanenvater Olaf Nieß nach dem Rekordsommer in diesem Jahr ziehen musste.

Hamburgs Schwanenvater Olaf Nieß kümmert sich um die Tiere.
Daniel Bockwoldt
Hamburgs Schwanenvater Olaf Nieß kümmert sich um die Tiere.

Ersatz sei jedoch schon in Hamburg eingetroffen, wie Daniel Gritz, Pressesprecher des Bezirksamts Hamburg-Nord, mitteilte. Danach hat Hamburg zu ihren jetzt noch vorhandenen rund 110 Alsterschwänen 13 Artgenossen aus dem Saarland aufgenommen.

„Im Juli gab es ein Hilfeersuchen des Amtsärztlichen Dienstes in Saarbrücken. Es ging um 13 Schwäne, für die es dort keine Kapazitäten gab“, sagte Gritz. Aufgrund von Flügelamputationen hätten sie auch nicht ausgewildert werden können. Jetzt leben die Saarländer Schwäne in Hamburg, naturnah und dennoch unter der Beobachtung von Schwanenvater Nieß. „Sie erfrischen den Bestand und bringen neues Blut in die Gruppe“, so Gritz. Die neuen Schwäne hätten sich nach einer zweiwöchigen Quarantänezeit gut eingelebt. Nach und nach seien sie auf die Alster gelassen und von den heimischen Vögeln gut aufgenommen worden.

Die Hamburger Vögel nahmen den Zuzug aus dem Süden positiv auf.
Lukas Schulze/dpa
Die Hamburger Vögel nahmen den Zuzug aus dem Süden positiv auf.

Die Hamburger Schwäne hatten es in diesem Sommer nicht leicht. Im Vergleich zu den Vorjahren sind den Angaben zufolge im Spätfrühling und Sommer wegen der heißen Temperaturen und der daraus resultierenden schlechten Wasserqualität vermehrt Schwäne verendet.

Insgesamt handelt es sich dabei um sechs Nestlinge, fünf Jungtiere und vier ausgewachsene Schwäne. Sie starben an einer Darmentzündung, die durch giftige Bakterien ausgelöst wurde. Die Giftstoffe, sogenannte Clostridium-Bakterien, entstehen durch sich zersetzende Algen und bilden sich bei langanhaltender Hitze.

Zum ersten Mal mussten daher im August 39 Schwäne für vier Wochen von der Binnenalster in ihr Winterquartier auf den Eppendorfer Mühlenteich gebracht werden, um weitere Todesfälle zu verhindern.

Derzeit wird laut Gritz geprüft, ob man die Schwäne durch präventive Maßnahmen wie das Abfischen der Algen zukünftig besser vor den Auswirkungen heißer Temperaturen schützen kann. Noch gut einen Monat dürfen die stolzen Vögel ihre Runden auf der Alster ziehen, dann geht es wieder zurück ins Winterquartier. Nach jetziger Planung sollen die Schwäne am 6. November umgesiedelt werden. Bei der dreitägigen Aktion soll dann auch eine genaue Zählung der Alsterschwäne erfolgen.

Normalerweise bleiben die Schwäne bis Spätherbst  auf der Alster. Foto: dpa
Normalerweise bleiben die Schwäne bis Spätherbst auf der Alster. Foto: dpa
 
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