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Verkehrsnetz : 14 Velorouten: So soll Hamburg zur Fahrradstadt werden

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Alltägliche Staus machen es deutlich: Hamburg muss seinen Autoverkehr in den Griff bekommen. Ein Ansatz: Radfahrer sollen brauchbare Strecken bekommen.

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2017 | 17:29 Uhr

Hamburg | Mehr als 100 Millionen Euro für Hamburgs Radler: So viel will der rot-grüne Senat in den kommenden Jahren in den Aufbau eines engmaschigen Veloroutennetzes stecken. Diesen überraschend hohen Betrag hat Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof am Donnerstag bei einer Zwischenbilanz genannt. 30 Millionen Euro werde der Bund beisteuern, mindestens 70 Millionen kämen aus städtischen Töpfen. 

Bis 2020 sollen 14 durchgängige Velorouten entstehen, die von den Stadträndern in die City führen, gedacht als „Rückgrat“ des Radverkehrsnetzes der Stadt. Rieckhof: „Es geht um Wege, die ein besonders komfortables Radfahren ermöglichen.“ Das Angebot richte sich in erster Linie an „Alltagsfahrer“, die auch bei Wind und Wetter mit dem Drahtesel unterwegs sind. Hintergrund ist das im Koalitionsvertrag verankerte Ziel, die Metropole zur „Fahrradstadt“ auszubauen. Rot-Grün will den Radverkehrsanteil bis Ende der 2020er Jahre auf 25 Prozent verdoppeln.

Die Velorouten spielen dabei die zentrale Rolle. Sie überziehen das Stadtgebiet mit einem Spinnennetz aus Radwegen und sollen die Bewältigung längerer Strecken vereinfachen. Nach Angaben der Verkehrsbehörde umfasst das Netz 280 Kilometer, von denen sich knapp die Hälfte schon im gewünschten Ausbauzustand befindet. Rieckhof: „Für die übrigen 150 Kilometer besteht Handlungsbedarf.“ Dazu haben Behörden und Bezirke unter der Leitung von Radkoordinatorin Kirsten Pfaue rund 230 Maßnahmen festgelegt. Pfaue: „Die Velorouten werden nach den gängigen Regelwerken gebaut, Radstreifen auf der Fahrbahn müssen beispielsweise mindestens 2,25 Meter breit sein.“ Überholen soll bequem möglich sein, die Querungen mit Hauptverkehrsachsen sollen radlerfreundlich gestaltet sei . Platziert werden die Routen sowohl auf bisherigen Radwegen als auch auf der Fahrbahn, einige Abschnitte werden gleich zu Fahrradstraßen, wie am Leinpfad (Winterhude). Eine einheitliche farbliche Gestaltung gibt es nicht. Nach Ende des Ausbaus soll aber eine durchgängige Beschilderung samt speziellem Symbol installiert werden.

Die Senatsbeauftragte für die Radoffensive räumte ein, dass Hamburgs Velorouten zum Nadelöhr für die geplanten Schnellwege aus dem Umland werden dürften. Die Metropolregion plant ein Netz solcher Rad-„Autobahnen“ für Pendler. „Die Mindestanforderung von vier Metern Breite können wir im urbanen Raum häufig nicht erfüllen.“ Allerdings will Hamburg für nahtlose Übergänge zu den Velorouten sorgen.

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