Gruppenvergewaltigung in Hamburg-Harburg : 14-Jährige vergewaltigt und in Kälte abgelegt – neuer Prozess beginnt

Am Hamburger Landgericht läuft der Prozess.
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Am Hamburger Landgericht geht der Prozess am Mittwoch in die nächste Runde.

Das Hamburger Landgericht muss sich erneut mit dem Fall befassen. Die Urteile waren laut Bundesgerichtshof fehlerhaft.

shz.de von
10. Januar 2018, 06:42 Uhr

Hamburg | Knapp zwei Jahre nach der Gruppenvergewaltigung einer 14-Jährigen in Hamburg-Harburg hat am Landgericht ein neuer Prozess gegen vier junge Männer und eine Jugendliche begonnen. Nach der Personalienfeststellung der Angeklagten schloss die Große Strafkammer auf Antrag der Nebenklage-Vertreterin und der Verteidiger die Öffentlichkeit von der Verhandlung bis zur Urteilsverkündung aus.

Der Bundesgerichtshof hatte die Urteile des Hamburger Landgerichts vom 20. Oktober 2016 aufgehoben, die Feststellungen zum Tatgeschehen jedoch bestätigt. Demnach hätten sich drei Jugendliche und ein junger Mann am 11. Februar 2016 an dem betrunkenen Mädchen in einer Wohnung vergangen und die Taten mit dem Handy gefilmt.

Dann hatten drei der Angeklagten ihr Opfer frühmorgens bei eisiger Kälte in einem Hinterhof abgelegt, wie ein Gerichtssprecher erklärte. Ein Bewohner wurde auf das schreiende Mädchen aufmerksam und verständigte die Polizei.

Das Landgericht hatte drei Jugendliche wegen gemeinschaftlich begangenen schweren sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person, gefährlicher Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung zu Bewährungsstrafen verurteilt. Eine damals 15 Jahre alte Angeklagte erhielt ebenfalls eine Bewährungsstrafe wegen Beihilfe. Der einzige Erwachsene auf der Anklagebank, ein 21-jähriger Serbe, sollte für vier Jahre ins Gefängnis. Die Jugendlichen hatten die Taten gestanden. Der 21-Jährige hatte den Geschlechtsverkehr mit der 14-Jährigen als einvernehmlichen Sex dargestellt, was ihm das Gericht nicht abnahm.

Der Bundesgerichtshof hat das Landgericht unter anderem aufgefordert, auch den Straftatbestand der Aussetzung zu prüfen. Das ist der Fall, wenn jemand eine Person in eine hilflose Lage und Lebensgefahr bringt. Sollte die Strafkammer das nun bejahen, könnten sich die Strafen verschärfen. In dem Verfahren geht es in erster Linie um den Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person. Der Gesetzgeber bezeichnet diese Straftat inzwischen auch als Vergewaltigung.

Das 14-jährige Mädchen hatte zur Tatzeit unter der Obhut des Jugendamtes gestanden. Eine 15 Jahre alte Mitbewohnerin hatte es mit zu der Geburtstagsfeier in Harburg genommen. Dort tranken die Jugendlichen zum Teil erhebliche Mengen Alkohol, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Die 14-Jährige hatte zunächst einvernehmlichen Sex mit einem 16-Jährigen. Als sie anschließend alkoholbedingt widerstandsunfähig war, missbrauchte sie der 21-Jährige, dann die drei anderen jungen Männer.

Als das Mädchen zu schreien begann, legten drei der Angeklagten es kaum bekleidet bei eisiger Temperatur im Hinterhof ab. Die Täter hätten die 14-Jährige wie Müll weggeworfen, sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung im Oktober 2016. Im Krankenhaus musste das Mädchen auf der Intensivstation behandelt werden.

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