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Hamburg : 13-Jährige am Jungfernstieg vergewaltigt: Anwalt kündigt Geständnis an

vom

Ein 30-Jähriger soll ein Mädchen nach einer Partynacht in Hamburg missbraucht haben. Unklar ist, ob er wusste, wie jung seine flüchtige Bekannte ist.

shz.de von
erstellt am 08.Jun.2017 | 18:56 Uhr

Hamburg | Zumindest wird ihr wohl ein schmerzlicher Auftritt im Zeugenstand erspart bleiben. Daniela P. (13, Name geändert) war im vorigen November im Bahnhof Jungfernstieg von einem flüchtigen Bekannten vergewaltigt worden. Am Donnerstag begann der Prozess gegen ihren mutmaßlichen Peiniger Ali D. (30). Dieser, so kündigte es sein Verteidiger an, wolle in der kommenden Woche vor Gericht ein Geständnis ablegen. Gibt der Angeklagte die Tat zu, wird die Aussage des inzwischen 14 Jahre alten Opfers im Prozess überflüssig – immerhin. Seine Mandantin leide noch immer stark unter den Geschehnissen jener Nacht, sagte ihr Anwalt zum Prozessauftakt vor dem Hamburger Landgericht.

Laut Anklage hatte die 13-Jährige mit Freunden noch spät nach Mitternacht in der Innenstadt gefeiert. Dabei lernten sie eine Gruppe junger Männer kennen, unter ihnen Ali D. Als Daniela P. schließlich gegen 3 Uhr nach Hause fahren wollte, habe der Angeklagte sie auf dem Bahnsteig im S-Bahnhof Jungfernstieg plötzlich von hinten ergriffen und in einen leeren Raum gezerrt, heißt es in der Anklage. Dort soll er das Mädchen zu Boden gedrückt, ihr den Mund zugehalten, die Hose heruntergezogen und gewaltsam sexuelle Handlungen an ihr ausgeführt haben. Die 13-Jährige konnte ihren Peiniger schließlich wegstoßen und fortlaufen. Der Angeklagte tauchte unter, wurde nach einer internationalen Fahndung im März in Ungarn festgenommen.

Er leugne die Tat nicht, sagte seine Verteidiger, und kündigte die Verlesung einer entsprechenden Aussage für einen der nächsten Verhandlungstage an. Zugleich betonte der Rechtsanwalt, sein Mandant sei zum Tatzeitpunkt erheblich alkoholisiert gewesen. Den Anklagevorwurf des sexuellen Missbrauchs eines Kindes hat das Gericht bereits am ersten Verhandlungstag fallengelassen. Es sei nichts auszuschließen, so die Vorsitzende Richterin, dass der Mann das tatsächliche Alter des Mädchens nicht habe erkennen können. Diese wirke älter als 13.

Über das Strafmaß haben die Prozessbeteiligten im Vorfeld bereits Absprachen getroffen. Sollte D. umfassend gestehen, so die Richterin, erwarte ihn eine Haftstrafe von höchstens dreieinhalb Jahren. Eine Strafe zur Bewährung – also weniger als zwei Jahre – komme allerdings nicht in Frage. Die Urteilsverkündung ist für den 26. Juni vorgesehen.

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