Deutsche Mutter tot : Zwei Jahre nach dem Steinwurf von Fünen: Täter noch nicht gefunden

Mit diesem Betonstein zerstörten der oder die Täter eine deutsche Familie.
Mit diesem Betonstein zerstörten der oder die Täter eine deutsche Familie.

Dänemarks Polizei ermittelt seit 2016 wegen Mordes. Doch auch die letzte große Spur war noch nicht zielführend.

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21. August 2018, 10:30 Uhr

Odense | Vor zwei Jahren wurde die 33-jährige deutsche Mutter Nelli G. getötet – von einem Stein, der von einer Autobahnbrücke über der E20 auf Fünen geworfen wurde. Der Fall, der in Dänemark für großes Entsetzen sorgte, ist weiterhin ungeklärt.

Der Familienurlaub nahm ein trauriges Ende, als sich die Familie aus Nordrhein-Westfalen am 21. August 2016 auf der E20 auf Fünen auf dem Heimweg vom Schweden-Urlaub befand. Eine 30 Kilogramm schwere Betonfliese zerschmetterte die Windschutzscheibe des Familienautos und tötete die 33-jährige Mutter und verletzte den Vater Andreas schwer. Der fünfjährige Sohn Alexander kam mit leichten Verletzungen davon.

Die Polizei auf Fünen ermittelt weiterhin, tappt aber nach wie vor im Dunkeln. „Wir werden uns melden, wenn wir Neuigkeiten haben. Das haben wir aber gerade nicht und brauchen deshalb Arbeitsruhe“, so die Pressesprecherin der Polizei, Charlotte Nyborg.

Über 1200 Hinweise

Die Polizei hat bisher über 1200 Hinweise aus der Bevölkerung bekommen. Vor Sommeranfang waren 800 Personen vernommen und 150 Speichelproben untersucht worden. Kurz vor Weihnachten 2017 berichtete die Polizei über einen möglichen Schritt zur Aufklärung des Falls. Ein DNA-Vergleich konnte den Steinewerfer von der Autobahnbrücke mit drei weiteren Fällen von Vandalismus im Odenser Stadtteil Tarup zusammenkoppeln.

Die DNA-Proben stammten von Steinen, einer Dose Schnupftabak und dem Geländer an der Autobahnbrücke. Zwei verschiedene DNA-Spuren wurden gefunden, weshalb die Polizei von zwei Tätern aus dem Raum um Tarup ausgehe. Die Polizei vermutet, dass der Täter gedeckt wird.

Vater wurde zum Pflegefall

Obwohl der Vater den Steinwurf überlebte, muss er für den Rest seines Lebens mit schweren Behinderungen leben. Er ist blind, hat Gedächtnisprobleme und ist rund um die Uhr auf Pflege angewiesen. Der heute siebenjährige Sohn wohnt bei seiner Oma, weil der Vater nicht im Stande ist, sich um den Jungen zu kümmern.

Der Steinwurf, der das Familienleben der Familie zerstörte, ist kein Einzelfall in Dänemark. In den vergangenen Jahren wurden vermehrt Steine von Autobahnbrücken geworfen. Der jüngste Fall ereignete sich am vergangenen Sonnabend, wo ein Auto bei Vordingborg von einem Stein getroffen wurde.

Lesen Sie mehr: Zwei junge Männer aus dem Kreis Schleswig-Flensburg, die reihenweise Steinwurf-Anschläge auf der A7 durchgeführt hatten, wurden im Juni verhaftet.

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