Im Zweiten Weltkrieg gesunken : Wrack der MS Pionier im Skagerrak gefunden

Der 1940 gesunkene Truppentransporter MS Pionier wurde jetzt bei einer Expedition des Seekriegsmuseums gefunden. Der Fundort hat die Wissenschaftler überrascht – und der Grund für den Untergang scheint gefunden.

Der 1940 gesunkene Truppentransporter MS Pionier wurde jetzt bei einer Expedition des Seekriegsmuseums gefunden. Der Fundort hat die Wissenschaftler überrascht – und der Grund für den Untergang scheint gefunden.

Das deutsches Schiff wurde über Jahrzehnte gesucht – ohne Erfolg. Der Fundort liegt weiter östlich als bislang vermutet.

shz.de von
06. September 2018, 12:42 Uhr

Thyborøn | Das Wrack des deutschen Transportschiffes MS Pionier, das am 2. September 1940 versenkt wurde, ist nach langer Suche im Skagerrak gefunden worden. Das teilt das Seekriegsmuseum Jütland in einer Pressemitteilung mit.

Jahrzehntelang gehörte das Wrack zu den meistgesuchten in der Nordsee. Dänische und internationale Taucher suchten jedoch bislang vergeblich den Meeresgrund ab. Das Wrack wurde jetzt in 177 Metern Tiefe deutlich weiter östlich entdeckt, als angenommen wurde.

Gert Normann Andersen, Direktor des Seekriegsmuseums in Thyborøn, ist froh über die Entdeckung: „Für uns ist es einer der bekannteren Untergänge, der sogar vielfach mystifiziert wurde. Es ist also eine schöne Nachricht, dass wir jetzt sagen können, wo es liegt.“

Nun sei die spannende Frage, womit das Schiff beladen war, als es unterging, sagt Andersen. Unter Historikern habe es Spekulationen darüber gegeben, dass das Schiff möglicherweise mit enormen Mengen an Kanonen und Sprengstoffen beladen war.

Torpedo oder Sabotage? Die Hinweise verdichten sich

Im September 1940 war die MS Pionier mit 823 Passagieren an Bord auf dem Weg vom dänischen Frederikshavn ins norwegische Frederiksstad, als es im nördlichen Skagerrak eine heftige Explosion gab und das Schiff schnell zu sinken begann. 333 Menschen verloren ihr Leben.

Der Untergang der Pionier galt fortan als einer der schwerwiegendsten Verluste für die Deutschen während der Besatzung Dänemarks. 93 der Todesopfer wurden nie gefunden. Die Überlebenden wurden in Dänemark an Land gebracht.

Deutlich zeichnet sich die Pionier auf den Scanaufnahmen vor dem Meeresgrund ab.
Sea War Museum
Deutlich zeichnet sich die Pionier auf den Scanaufnahmen vor dem Meeresgrund ab.


Nach britischen Angaben war es ein Torpedo der HMS Sturgeon, der die Pionier versenkte. Die Deutschen wiesen das während des Krieges allerdings aufs Heftigste zurück. Man behauptete, das Boot wäre auf eine Mine gelaufen oder Opfer einer Sabotageaktion geworden.

„Unser Scan des Wracks untermauert die britischen Berichte. Alles deutet darauf hin, dass das Schiff mittendurch von einem Torpedo zerrissen wurde“, sagt Museumsdirektor Andersen.
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