Deutsch-dänische Grenze : Wildschweinzaun: Schwimmend statt fest

Wildschweine können schwimmen. Deshalb soll auch am Wasser eine Sperre aufgestellt werden, um zu vermeiden, dass die afrikanische Schweinepest ins Land kommt.

Wildschweine können schwimmen. Deshalb soll auch am Wasser eine Sperre aufgestellt werden, um zu vermeiden, dass die afrikanische Schweinepest ins Land kommt.

Gesetzesänderung: Der Wildschweinschutzzaun soll auch im Wasser möglich werden – zum Vorteil für Anrainer und Landwirte.

shz.de von
26. Mai 2018, 18:09 Uhr

Der an der deutsch-dänischen Grenze geplante Wildschweinzaun zum Schutz vor der afrikanischen Schweinepest ist an manchen Stellen unpraktisch. Viele Hundert Hektar Boden würden dadurch unzugänglich, und die Gezeiten schaffen am Wasser zusätzliche technische Probleme. Zu dem Schluss kam das zuständige Umwelt- und Nahrungsmittelministerium nach einer genauen örtlichen Untersuchung und hat deshalb in der vergangenen Woche einen Gesetzesänderungsvorschlag eingebracht. Der Text kann nun breiter ausgelegt werden – und macht beispielsweise eine schwimmende Barriere möglich. Das berichtet die Online-Zeitung Ingeniøren.

Nun ist dem Gesetz der Abschnitt hinzugefügt: „Das Umwelt- und Nahrungsmittelministerium kann erlauben, dass der Wildschweinzaun in bestimmten Bereichen durch eine andere Maßnahme mit Barrierewirkung für Wildschweine als ein normaler Zaun ersetzt werden kann, darunter zum Beispiel eine schwimmende Barriere.“

Oberförster Bent Rasmussen von der Naturbehörde Wattenmeer (Naturstyrelsen Vadehaven), der für den Bau des Wildschweinzauns verantwortlich ist, erklärte gegenüber Ingeniøren: „Wir stellen uns eine Barriere vor, die zum Teil unter und zum Teil über Wasser liegen soll und von den Wildschweinen nicht überwunden werden kann.“

Besonders an Stellen wie der Wiedau und am Ruttebüller See sind solche Maßnahmen vorgesehen, denn dort gebe es durch die örtlichen Gegebenheiten, wie die Gezeiten, eine Reihe Herausforderungen für einen normalen Zaun, erklärt der Förster. Außerdem könne so verhindert werden, dass Grundstücksbesitzer durch den Zaun belästigt werden, sagte er weiter. Ein weiterer Vorteil des schwimmenden Zauns: Landwirte hätten weiterhin Zugang zu ihren Feldern – ein fester Zaun würde dies verhindern, weil er auf ihrem Grund stehen würde.

Am 4. Juni wird über das Gesetz im Folketing entschieden

Allerdings gibt es eine bauliche Alternative zum festen Zaun noch nicht. Deshalb wird wohl eine Spezialanfertigung in Auftrag gegeben werden. Oberförster Rasmussen stellt sich ein Hindernis im Wasser vor, dass zum Teil unter der Wasseroberfläche liegt, zum großen Teil jedoch darüber. Außerdem solle sich der schwimmende Zaun nicht verschieben lassen, so sein Wunsch. An der Flensburger Förde und im Wattenmeer ist jedoch weiterhin eine feste Zaunanlage geplant.

Am 25. April wurde das Gesetz (L228) zum Bau eines Wildschweinzauns an der deutsch-dänischen Grenze im Folketing vom zuständigen Ministerium eingebracht. Am 4. Juni wird über das Gesetz im Folketing entschieden.

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