Deutsch-Dänische Grenze : Wildschweinzaun: Grundbesitzern droht Enteignung

Dänemark will Wildschweine fernhalten, die mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert sein könnten.
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Dänemark will Wildschweine fernhalten, die mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert sein könnten.

Der Zaun zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest könnte auch über Grundstücke verlaufen, auf denen Häuser stehen.

shz.de von
12. April 2018, 17:44 Uhr

Etwa 100 Eigentümer an der deutsch-dänischen Grenze könnten vom dänischen Staat gezwungen werden, Land abzugeben. Eine Enteignung sei allerdings nicht das bevorzugte Mittel, heißt es von staatlicher Seite. Bei einem Informationstreffen soll noch in diesem Monat eine Lösung gefunden werden.

Zum Schutz vor der näher rückenden Afrikanischen Schweinepest, die durch Wildschweine verbreitet wird, will die Regierung zusammen mit der Dänischen Volkspartei (DF) einen 68 Kilometer langen Schutzzaun an der Grenze zu Deutschland errichten. Aus Sicht der Dänischen Volkspartei könne man mit dem Zaun noch mehr von Dänemark fernhalten als Schweine – zum Beispiel Menschen, die man nicht im Land haben wolle. Dazu müsse er nur höher als die geplante 1,5 Meter sein.

Für etwa 100 Grundstücksbesitzer kann der Plan damit enden, dass der Zaun auf ihrem Grund gebaut wird – auch wenn sie das gar nicht wollen. Dänemark behält sich nämlich das Recht vor, sie dann zu enteignen, zum Schutz der Allgemeinheit. Das berichtet die Zeitung „JydskeVestkysten“.

„Der Staat ist der Ansicht, der Bau des Schutzzauns ist so wichtig, dass das Eigentumsrecht des Einzelnen zurückgestellt werden muss“, erklärte Oberförster Bent Rasmussen gegenüber der Zeitung.

Um den Bau des Wildschweinzauns umzusetzen, bedarf es einer Gesetzesänderung. Den Vorschlag dazu gibt es bereits, und es wird erwartet, dass dieser demnächst vom Folketing gutgeheißen wird. Mithilfe des Gesetzes kann der Umwelt- und Lebensmittelminister dann auch Enteignungen für den Bau vornehmen.

Auch Grundstücke mit Wohnhäusern betroffen

Bei den Grundstücken, auf denen der Schutzzaun errichtet werden soll, handelt es sich vorrangig um unbebaute Flächen. Es sind jedoch auch Grundstücke dabei, auf denen Wohnhäuser stehen. Das sei beispielsweise in der Kommune Tondern der Fall, wo alte Häuser direkt an der Au liegen, erklärte der Oberförster.

Eine Enteignung, so lautet es von staatlicher Seite, sei allerdings nicht das bevorzugte Mittel. Deshalb werde es im April Informationstreffen geben, um im Dialog mit den Grundstücksbesitzern eine Lösung zu finden, schreibt JydskeVestkysten. Es steht noch nicht fest, wie die Grundstückseigentümer entschädigt werden.

Am kommenden Montag, 16. April, ab 19.30 Uhr findet im Apenrader VUC-Syd-Gebäude eine Podiumsdiskussion über den Bau des Zauns statt, an dem Hinrich Jürgensen, der Hauptvorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger, und Peter Kofoed Poulsen, Rechtssprecher der Dänischen Volkspartei (DF), teilnehmen.

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