Berufung im Fall Kim Wall : U-Boot-Mörder Peter Madsen wehrt sich: Keine Zahlungen und nicht Lebenslang

<p>In Peter Madsens U-Boot UC3 Nautilus verlor die Schwedin Kim Wall ihr Leben.</p>

In Peter Madsens U-Boot UC3 Nautilus verlor die Schwedin Kim Wall ihr Leben.

Einer der aufsehenerregensten Mordfälle der dänischen Geschichte geht vor Gericht in die nächste Runde.

shz.de von
05. September 2018, 18:33 Uhr

Kopenhagen | Der dänische Tüftler und Raketenbauer Peter Madsen ist in Berufung gegangen. Er will für den Mord an der Journalistin Kim Wall nicht das höchste Strafmaß der lebenslangen Strafe akzeptieren. Außerdem will er kein Geld mehr an die Hinterbliebenden zahlen. Den Mord bestreitet er jedoch nicht mehr.

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Das Kopenhagener Stadtgericht hatte Madsen im April 2018 wegen Mordes, sowie des sexuellen Missbrauchs und der Zerstümmelung der Leiche von Kim Wall zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe und zu einer Geldstrafe von 16.000 Euro zugunsten des Partners verurteilt. Der Forderung der Eltern entsprach das Gericht damals nicht.

Sowohl der Partner von Kim Wall als auch ihre Eltern fordern vor dem östlichen Landgericht nun in einer Wiedergutmachungsklage jeweils 20.000 Euro. Der Forderung der Seefahrtbehörde über 4400 Euro für das Auslegen einer Wracktonne will Madsen aber nachzukommen.

Madsen hat gegen die lebenslange Strafe überdies Berufung eingelegt, er fordert eine Verkürzung der Haftzeit mit einer konkreten Dauer. Eine lebenslange Haft kann nach zwölf Jahren beendet werden, sie kann aber auch bis zum Tode andauern. Im Durchschnitt sitzen zu lebenslanger Haft verurteilte Verbrecher in Dänemark 15 Jahre hinter Gittern. Der Staatsanwalt sieht Madsen allerdings als so gefährlich an, dass er, sollte das Urteil abgemildert werden, Madsen in Sicherungsverwahrung bringen will.

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