Gemeinde will nur die Feodora : Geplante Fahrradfähre aus Brunsnæs darf nicht in Langballigau anlegen

<p>Die Feodora II soll das einzige Ausflugsschiff im Hafen von Langballigau bleiben.</p>

Die Feodora II soll das einzige Ausflugsschiff im Hafen von Langballigau bleiben.

„Dort waren andere Mächte im Spiel“, heißt es aus Dänemark. Nun muss ein anderer Zielhafen her, doch es gibt keinen.

shz.de von
23. Februar 2018, 14:02 Uhr

Langballig, Brunsnæs | Für die geplante Fahrradfähre über der Flensburger Förde sah alles so vielversprechend aus. Die Dorfgemeinschaft BIB Landsbylaug hatte das nötige Eigenkapital, der Vertrag über die Fähre der Reederei Elefanten war unterschriftsreif, und in Langballig hatten die dänischen Initiatoren des neuen Angebotes zwischen Dänemark und Deutschland bislang nur positive Rückmeldungen in Bezug auf eine Anlegemöglichkeit erhalten. „Das ist ein Angebot, das wir nicht ablehnen können“, sagte auch Gorm Casper, der Geschäftsführer der „Tourismus-Agentur Flensburger Förde“. Doch zu weit gesprungen.

Am Dienstag schob der Gemeinderat Langballig den Plänen einstimmig einen Riegel vor. Die dänische Fähre, die in den wärmeren Monaten 8143 Passagiere über die Förde schippern sollte, wird nicht in Langballig anlegen dürfen. Die Begründung: Es soll kein Wettbewerb mit der privaten Initiative, der Feodora II, geschaffen werden. Die Feodora pendelt seit einigen Jahren an mehreren Tagen der Woche zwischen Langballigau und Sonderburg hin und her.

„Sie hätten mit offenen Karten spielen sollen“

Das Vorstandsmitglied der Dorfgemeinschaft Brunsnæs-Iller-Busholm (BIB), Gerhard Jacobsen, hat kein Verständnis für das Votum aus Langballig. „Dort waren andere Mächte im Spiel. Vor Ort gibt es Machtspiele, von denen wir nichts wissen konnten. Man hat uns einstimmig ins offene Messer laufen lassen“, sage Jacobsen am Donnerstag.

Er hatte schon vor einigen Jahren in Langballig über das Projekt informiert. Damals seien die Ansprechpartner überhaupt nicht negativ gewesen, aber sei hätten die Sachen vielleicht nicht ganz so ernst genommen. „Aber jetzt waren wir so nah am Ziel. Sie hätten mit offenen Karten spielen sollen“, erklärt Gerhard Jacobsen.

Langballigs Bürgermeister Peter Dietrich Henningsen machte kein Hehl daraus, dass er und die Gemeindevertretung sich von dem dänischen Vorstoß überrumpelt und vor vollendete Tatsachen gestellt fühlen. In der Sitzung der Gemeindevertretung hatte Kapitän Alexander Klein als Eigner der „Feodora II“ mitgeteilt, dass er 2017 auf der Strecke Langballigau – Sonderburg 6605 Passagiere und etwa 500 Fahrräder befördert habe. Damit fuhr er Verluste ein, die laut seiner Aussage nur durch Seebestattungen und Charterfahrten ausgeglichen werden konnen. Mit öffentlichen Mittel gespickte Konkurrenz wie die aus Dänemark würde die Feodora nur vertreiben, heißt es aus Langballig.

<p>Aus der geplanten Route wird nichts.</p>
Google 2018, Kartendaten: Google, Geobasis-DE, Nordschleswiger

Aus der geplanten Route wird nichts.

Jacobsen hat schon Plan B in Angriff genommen. „Das ist die letzte Chance. Es gibt nicht so viele Möglichkeiten“, sagte er am Donnerstag. Welchen Ort als neues Ziel invisiert, verriet er dabei nicht. Überlegungen über eine Route von Brunsnæs nach Holnis-Drei gibt es bereits seit 2015, doch auch in Holnis wollte man davon nicht viel wissen. Und so scheint die Landkarte der Alternativen derzeit wie ein weißer Fleck.

Dabei hat das BIB-Projekt in den vergangenen Monaten so viele positive Rückmeldungen erhalten. Der Verein hat 18.500 Euro, ausschließlich von privaten Unternehmen. „Wir könnten den Betrieb schon in Gang setzen. Aber wir würden gern mindestens vier Wochen finanzieren können. Dafür fehlt uns noch etwas Geld“, erklärt das Vorstandsmitglied.

Gerhard Jacobsen setzt sich seit 2015 für das deutsch-dänische Projekt ein. Der Fährbetrieb über die Flensburger Förde wurde vor 25 Jahren zum ersten Mal angesprochen. Das Nein aus Langballig findet Jacobsen „einfach traurig“. Für Langballig hätte die Fähre Umsatz und neue Kunden bedeutet, sagt der Däne.

2013 war auch die Initiative der Wiederbelebung der Route Gelting-Faaborg unter anderem am Veto der Anliegehäfen auf der deutschen Seite gescheitert. In Gelting-Mole war der umgestaltete Hafen nicht mehr für Fährschiffe geeignet. Die Sicherheitsstandards der grenzübergreifenden Personenschifffahrt entsprechen Hochsee-Standards. Für grenzübergreifende Fahrten auf der Flensburger Förde wurde diese Anforderungen 2016 aber gelockert, was an mehreren Orten für Überlegungen sorgte, alte „Butterrouten“ wie etwas Flensburg-Kollung wiederzubeleben.

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