Kein Baustopp durch Klagen : Fehmarnbelt-Tunnel: Baubeginn schon im Frühjahr 2019?

<p>So soll der Tunnel aufgebaut sein.</p>

So soll der Tunnel aufgebaut sein.

In Dänemark ist man optimistisch, dass schon in einem Jahr die Bagger und Bohrer anrücken.

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15. Februar 2018, 15:44 Uhr

Puttgarden/Kopenhagen | Die Bauarbeiten für den Fehmarnbelttunnel zwischen Rødby und Fehmarn könnten womöglich anderthalb Jahre früher beginnen. Zu dieser Einschätzung ist der Bürgermeister der Insel Lolland, Holger Schou Rasmussen, gekommen. Er rechne damit, dass der erste Spatenstich im Frühjahr 2019 erfolgen könne. Zuletzt war das für Sommer 2020 geplant gewesen.

Dass die Bagger schon in einem guten Jahr anrücken könnten, vermuten auch der Vorsitzende der Interessenorganisation Fehmarnbelt-Development und der verkehrspolitische Sprecher der Regierungspartei Venstre, Kristian Phil Lorentzen, berichtet der dänische Nachrichtensender „DR Sjælland“.

Ihrer Ansicht nach wird ein erwartungsgemäßer Gerichtsfall vor dem Bundesverwaltungsgericht keine aufschiebende Wirkung entfachen. Demnach kann mit dem Bau früher begonnen werden. Sollte das Gericht einen Baustopp verlangen, dann nur aufgrund fehlender Dokumentation seitens der Fehmarngesellschaft Femern A/S – und einen solchen Fall kann sich Rasmussen nur schwer vorstellen.

„Dieses Projekt ist so durchgearbeitet und gut dokumentiert, dass ein Gericht eigentlich nichts beanstanden könnte“, so Rasmussen zu DR. Er hofft auf einen früheren Baubeginn der festen Verbindung. „In der Kommune werden wir alles dafür tun, dass das Bauunternehmen alle erforderlichen Genehmigungen schnellstmöglich bekommt. Wir werden das Vorhaben nicht unnötig verzögern“, versichert Rasmussen.

2008 hatten Dänemark und Deutschland einen Vertrag für eine feste Verbindung über den Fehmarnbelt vereinbart. Er sollte eigentlich schon in diesem Jahr fertig sein, der Bau verzögerte sich aber immer wieder. Auch wenn Dänemark bei der Anbindung schon sehr weit ist: Der erste Spatenstich für den Tunnel ist auch dort noch nicht vollzogen worden. In Deutschland läuft das Planfeststellungsverfahren, das in diesem Jahr abgeschlossen sein soll. Es wird damit gerechnet, dass Umweltschützer und Fährbetreiber vor das Bundesverwaltungsgericht ziehen.

Der rund 18 Kilometer lange Tunnel soll Deutschland mit Skandinavien verbinden und die Reisezeit zwischen Hamburg und Kopenhagen auf zweieinhalb Stunden verkürzen. Nach Angaben der Planer ist es der weltweit längste Tunnel dieser Art für Züge und Autos. Er sollte eigentlich schon in diesem Jahr fertig sein, der Bau verzögerte sich aber immer wieder.

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