Reaktionen : Dänischer Sänger Kim Larsen ist tot

<p>Kim Larsen war einer der bekanntesten Musiker in Dänemark.</p>

Kim Larsen war einer der bekanntesten Musiker in Dänemark.

„Seid alle ruhig. Kim ist tot“: Dänemark ist erschüttert über den Tod seiner Rock-Ikone.

shz.de von
30. September 2018, 16:20 Uhr

Kopenhagen | Der dänische Nationalbarde Kim Larsen ist nach langer Krankheit im Alter von 72 Jahren gestorben. Er sei am Sonntagmorgen eingeschlafen, heißt es in einer Pressemitteilung. „Kim Larsen war in seiner letzten Stunde umgeben von seiner Frau Liselotte und seinen sechs Kindern Pelle, Sylvester, Alice Eva, Molly, Hjalmaer und Lui“, schreibt Larsens Impresario Jørn Jeppesen. Die Beisetzung soll in absoluter Ruhe und im privaten Rahmen stattfinden.

 

Im Sommer hatte Larsen, der einst mit der Band Gasolin' Bekanntheit erlangte, eine Reihe von Konzerten in Norwegen abgesagt, trat aber auf dem Smukfest-Festival in Skanderborg im August auf. Seinen ausverkauften Auftritt im Deutschen Haus in Flensburg im Januar 2018 hatte er wegen seiner Krebserkrankung absagen müssen.

Weiterlesen: Kim Larsen sagt Konzerte wegen Krebserkrankung ab

Kim Larsen schrieb dänische Musikgeschichte

Kim Melius Flyvholm Larsen wurde in Kopenhagen geboren, wo er auch aufwuchs. 1968 wurde er Volksschullehrer. Nach dem Umzug nach Christianshavn traf er auf Franz Beckerlee und Wili Jønsson, und gemeinsam mit ihnen und Bjørn Uglebjerg bildeten sie die Band Gasolin'.

Larsen schrieb mehr Songs als die Band gebrauchen konnte und gab bereits 1973 sein erstes Soloalbum „Værsgo“ heraus, das als Meilenstein der dänischen Musikgeschichte gilt. Das Album enthielt Hits wie „Nanna“, „Joanna“, „Byens Hotel“ und „Hvis din far gir dig lov“.

Seit den 1970er Jahren war Larsen einer der beliebtesten Künstler Dänemarks und verkaufte mehrere Millionen Platten. Seinen Versuchen, Songs mit englischsprachigen Texten zu veröffentlichen, blieb der große Erfolg jedoch verwehrt. Auch ein Durchbruch in Amerika, wohin Larsen zwischenzeitlich auswanderte, gelang nicht.

1978 löste sich Gasolin' auf und Larsen wurde solo zum Nationalbarden. Das Album zum Film „Midt om natten“, in dem er eine Hauptrolle spielte, ist bis heute eines der meistverkauften dänischen Alben aller Zeiten. Sieben Soloalben veröffentlichte Larsen. Zudem arbeitete er mit mehreren Bands zusammen, seit 1995 mit Kjukken.

Reaktionen zum Tod des Nationalbarden:

Lars Løkke Rasmussen, dänischer Regierungschef (Venstre): „Wenige haben die Dänen so verbunden wie Kim Larsen. Und das wird er auch weiterhin tun, auch wenn er nicht mehr unter uns ist.“ Der Staatsminister sang das Larsen-Lied „Kvinde min“ zum 40. Geburtstag seiner Frau Sólrun und hörte Kim Larsen einmal auf einem Bürgertreffen gegen das Rauchverbot argumentieren. „Das war eines der besten – und andersartigsten – politischen Treffen, die ich jemals erlebt habe“, so Løkke.

Nikolaj Koppel, Pianist und Fernsehmoderator: „Ruhe in Frieden, Kim Larsen. Wenige Liedermacher fingen die dänische Volksseele ein, wie du es tatest. Deine Melodien werden über viele Generationen weiterleben.“

Mette Bock, Kulturministerin (Liberale Allianz): „Der Volksbarde Kim Larsen ist tot – aber seine Musik lebt in uns allen weiter. Dafür sind wir zutiefst dankbar. Wir werden sein Andenken in Ehren halten.“

Kasper Schmeichel, Torhüter der Fußball-Nationalmannschaft: „Wie traurig, zu hören, dass Kim Larsen tot ist. Bin mit seinen Liedern aufgewachsen. Der ikonischste dänische Musiker aller Zeiten.“

Morten Pape, Schriftsteller: „Wir sind die, mit denen die anderen nicht spielen dürfen/wir sind die schlechte Gesellschaft“, sang Kim Larsen und brachte eine ganze Generation von Bewohnern Amagers in Sundby dazu, sich gesehen und gehört zu fühlen. Jetzt ist es still geworden. Jetzt ist es vorbei. Danke, Larsen.“

Anders Lund Madsen, Fernseh- und Radiomoderator: „Seid alle ruhig. Kim ist tot.“

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