Aus Mitteln für sozial Bedürftige : Dänische Beamtin ergaunert 111 Millionen Kronen

Der Anwalt Nima Nabipour aus der deutschen Minderheit hat Kontakt zu der Frau.

shz.de von
10. Oktober 2018, 17:46 Uhr

Sonderburg | 111 Millionen Kronen (rund 14,9 Millionen Euro) – so viel Geld soll eine nun untergetauchte Mitarbeiterin des dänischen Kinder- und Sozialministeriums veruntreut haben. Das Geld des Ministeriums war ursprünglich für sozial belastete Gruppen in der Gesellschaft bestimmt. Doch offenbar gelangten 100 Millionen Kronen auf das Privatkonto der Mitarbeiterin, berichtet das Ministerium in einer Pressemitteilung.

Interne Untersuchungen des Ministeriums haben ergeben, dass die Mitarbeiterin im Zeitraum von 2002 bis 2018 betrogen haben solle. „Ich kann keine Details nennen. Doch ich kann versichern, dass der Fall gelöst wird und wir unsere Fehlerquelle in den Kontrollsystemen finden werden“, so Mercado. Dass ein solcher Fall nicht wieder passieren kann, hat ihr zufolge höchste Priorität.

Bereits am 30. September war gegen die 64-Jährige in Abwesenheit vom Stadtgericht in Odense Untersuchungshaft angeordnet worden, was zur internationalen Fahndung führte. Sie lebt in Hvidovre und galt aus ausgezeichnete Behördenmitarbeiterin.

Über 40 Jahre im Sozialministerium tätig

Der Anwalt und ehemalige Schauspieler Nima Nabipour aus Sonderburg, inzwischen in Kopenhagen tätig, hat nun nach eigenem Bekunden Kontakt zu ihr aufgenommen. Das berichtet der Sender „TV 2“.

Der Fernsehsender traf Nabipour am Mittwoch am Kopenhagener Stadtgericht, wo er berichtete, sich mit ihr ausgetauscht zu haben. Details wollte er jedoch nicht preisgeben – auch nicht zum Aufenthaltsort der 64-Jährigen.

Die Gesuchte war bis zum 26. September Abteilungsleiterin in der Sozialbehörde, wo sie mehr als 40 Jahre tätig war. Für ihre Arbeit hatte sie die Verdienstmedaille der Königin in Silber erhalten. Laut Jyllands-Posten soll sie gemeinsam mit ihrer Tochter im Ausland mehrere Unternehmen besitzen, die sich mit dem Handel mit Pferden befassen.

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