Treibhausgase in Produktion : Dänemarks Regierung will Klima-Label für Lebensmittel

<p>Platz für ein Klimalabel wäre noch vorhanden auf diesem dänischen Rinderhack.</p>

Platz für ein Klimalabel wäre noch vorhanden auf diesem dänischen Rinderhack.

Wie klimaschädlich ist ein Rindersteak aus Argentinien? Antworten auf solche Fragen soll eine neue Kennzeichnung geben.

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08. Oktober 2018, 12:12 Uhr

Kopenhagen | Transportwege, Kühlung, Energieverbrauch bei der Produktion, Stickstoffdünger im Pflanzenbau und Methanemissionen bei Wiederkäuern: Für Verbraucher ist es schwer zu durchschauen, wie klimaschädlich die Lebensmittel im Supermarkt sind. Dänemarks Konsumenten sollen die künftig auf den ersten Blick erfahren können. Die Regierung will ihren Plan für eine Plakette in der kommenden Woche im Zuge ihres neuen Klimaentwurfes („klimaudspil“) präsentieren.

„Wir möchten, dass die Verbraucher ein Werkzeug haben, wenn sie im Laden stehen und darüber nachdenken, wie klimabelastend die Produkte sind“, sagte Klimaminister Lars Christian Lilleholt (Partei Venstre) der Nachrichtenagentur Ritzau.

Der Bauernverband Landbrug & Fødervarer lobt die Idee, weist allerdings darauf hin, dass die Umsetzung ihre Kniffe hat. „Es ist notwendig, die Klimabelastung auch mit den Nährwerten eines jeweiligen Produktes ins Verhältnis zu setzen“, schreibt der Direktor Morten Høyer in einer Mitteilung. So könne eine Flasche Limonade zwar einen geringen Wert bei der Klimabelastung haben, allerdings sei dies natürlich kein Produkt, von dem man leben könne, so Høyer.

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Diese Herausforderung sieht auch der Klimaminister. Es gebe zwar noch keinerlei vorherige Versuche mit so einer Art von Markierung, aber es sei wichtig, die Verbraucher über so etwas zu informieren, meint Lars Christian Lilleholt. In Deutschland gibt es bereits mehrere Versuche mit Klima-Labeln, jedoch gibt es keine allgemeinumfassende Ausweisung des CO2-Fußabdruckes.

Teil des Klimaplans der rechtsliberal-konserverativen Regierung von Staatsminister Lars Løkke Rasmussen ist auch das Ende des Verkaufs von Autos mit Benzin- und Dieselmotor bis 2030. Der künftige Luftreinhalteplan sieht vor, dass nur noch solche Busse und Lkw in die Städte fahren dürfen, die einen Partikelfilter haben. Kopenhagens sozialdemokratischer Oberbürgermeister Frank Jensen begrüßt den Vorschlag, der zu seinem Bedauern jedoch Beschränkungen für Privatautos in den Städten ausdrücklich ausschließt: „Es gibt kein Menschenrecht, dass man mit seinem eigenen Auto die Luft verunreinigen darf, die wir alle zusammen einatmen müssen“, so Jensen im Dänischen Rundfunk.

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