Regen nach dem Frost : Glättegefahr im Norden – Lage beruhigt sich langsam

Regen und Schnee könnten die Straßen vielerorts in Eisbahnen verwandeln.
Regen und Schnee könnten die Straßen vielerorts in Eisbahnen verwandeln.

Im gesamten Norden kam es aufgrund von extremer Glätte und Blitzeis zu zahlreichen Unfällen – nicht nur Autofahrer waren betroffen.

shz.de von
05. März 2018, 11:40 Uhr

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat in der Nacht zu Montag für den Norden eine Glatteis-Warnung veröffentlicht. Auch auf den Straßen in Hamburg und Schleswig-Holsteins muss auf Straßen und Wegen mit gefährlichen Glatteis durch gefrierenden Regen oder Sprühregen gerechnet werden.

Am frühen Montagmorgen ist es aufgrund des Blitzeises bereits zu mehreren Unfällen gekommen. Dabei sei es aber bisher bei Blechschäden geblieben. Ein Polizeisprecher vermutete: „Durch die Wetterwarnungen der vergangenen Tage waren die Bürger wohl vorsichtiger unterwegs.“ Insgesamt mussten die Einsatzkräfte in Schleswig-Holstein zu rund 40 Glätteunfällen ausrücken.

Eindrücke aus Neumünster:

Videomaterial: Daniel Friederichs

Die Lage im Überblick:

  • Zu insgesamt zehn Glätteunfällen sind die Beamten aus Kiel und dem Kreis Plön in den Morgenstunden gerufen worden. Lediglich eine Person verletzte sich dabei leicht. Acht Unfälle ereigneten sich im Zeitraum von 4.30 Uhr bis 8.30 Uhr im Kieler Stadtgebiet. In der Mehrheit rutschten Fahrzeuge gegen geparkte Wagen und beschädigten diese leicht. Verletzt wurde niemand.
  • Im Kreis Plön kam gegen 7.40 Uhr eine Frau in Postfeld mit ihrem Wagen von der Fahrbahn ab und verletzte sich hierbei leicht. In Großbarkau kam eine halbe Stunde zuvor ebenfalls ein Wagen von der Fahrbahn ab und blieb im Straßengraben liegen. Der Fahrer blieb unverletzt.
  • Auch in Lübeck und Ostholstein war die Lage ähnlich. Seit 5 Uhr morgens verzeichnete die Regionalleitstelle Süd der Polizeidirektion Lübeck zehn witterungsbedingte Verkehrsunfälle, davon sechs in Ostholstein und vier in Lübeck. Dabei wurden drei Personen leicht verletzt, in den übrigen Fällen blieb es bei Blechschäden. Gegen 5.20 Uhr prallte ein Ford Transit auf der A1 zwischen den Anschlussstellen Lübeck Moisling und Lübeck Zentrum gegen die Mittelleitplanke. Der 40-jährige Fahrer wurde leicht verletzt, sein Transporter musste abgeschleppt werden. Im Zuge der Bergungsarbeiten wurde die Fahrbahn kurzfristig gesperrt, der Verkehr später an der Unfallstelle vorbeigeleitet.
  • Um 6.50 Uhr krachte es auf der A1 Richtung Fehmarn in Höhe Altenkrempe. Aufgrund von Eisregen geriet der BMW eines 22-Jährigen nach rechts von der Fahrbahn ab und prallte ebenfalls in die Leitplanke. Der Lübecker blieb unverletzt.
  • Um 7.05 Uhr ereignete sich an der A1 – Anschlussstelle Ratekau in Richtung Norden der nächste Verkehrsunfall. Bei einem Fahrstreifenwechsel geriet ein 30-Jähriger nach rechts von der Fahrbahn ab und prallte gegen die Leitplanke. Dabei verletzte sich der Lübecker leicht, sein VW-Transporter war nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden.
  • Auf den eisglatten Straßen sind zudem mehr als 40 Fußgänger im Hamburg gestürzt. Einige haben sich dabei Knochen gebrochen und am Kopf verletzt, teilte die Feuerwehr am Montagmorgen mit. Auch in Kiel stürzte ein Fußgänger.
  • In Nordfriesland fiel an einigen Schulen der Unterricht aus.
  • Die Elbfähre Glückstadt-Wischhafen stellte ihren Betrieb wegen Eisgangs bis Mittwochmittag ein. 
  • Einschränkungen im Busverkehr: Das Unternehmen Autokraft gab bekannt, dass es aufgrund der Wetterlage in ganz Schleswig-Holstein zu Busausfällen und Verspätungen kommt – vor allem in den Kreisen Dithmarschen, Schleswig-Flensburg und Nordfriesland. Der Omnibusbetrieb Bock, Jarplund, hat den Verkehr eingestellt. Gleiches gilt für Röpke-Liner in Bredstedt.

Dank des Tauwetters werde das Eis auf den Straßen aber bis Mittags größtenteils geschmolzen sein, sagte ein  Feuerwehrsprecher. Die Temperaturen sollen diese Woche steigen. Derzeitig beruhigt sich die Lage langsam. „Noch sollen Autofahrer aber besonders umsichtig fahren“, sagte der Sprecher. Und damit Krankenwagen nicht selbst Unfälle verursachten, seien sie zurzeit ebenfalls langsamer unterwegs und Verletzte müssten länger auf Sanitäter warten.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen