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Herzogtum Lauenburg : Gasalarm in Lauenburg: Leitung mutwillig angesägt

vom
Aus der Onlineredaktion

Ein Haus in der Altstadt hätte jeden Moment explodieren können. Im Keller entdeckte die Feuerwehr ein beschädigtes Rohr.

shz.de von
erstellt am 12.Feb.2016 | 15:50 Uhr

Lauenburg | Explosionsgefahr in Lauenburgs Altstadt an der Elbe: Unbekannte haben im Keller eines zurzeit aufgrund einer Renovierung leer stehenden Mehrfamilienhauses an der Bahnhofstraße die Gasleitung angesägt. Dem ersten Anschein nach wohl mutwillig. Nur durch einen Zufall wurde der Gasaustritt bemerkt. „Hätte sich jemand auf dem Gehweg eine Zigarette angezündet oder bei Hitzler nebenan jemand geschweißt, hätte das unter Umständen zur Explosion führen können“, sagte Feuerwehrchef Lars Heuer. Soweit kam es allerdings nicht.

„Unsere Messgeräte hatten schon an der Haustür angeschlagen“, sagte Feuerwehrchef Lars Heuer. Trotzdem wagte sich ein Trupp, der sich durch Atemschutzgeräte gegen das Gas schützte, in den Keller, um den Haupthahn der Gaszufuhr abzusperren. Später trennten Mitarbeiter der Versorgungsbetriebe das Haus komplett von der Gasversorgung. Dann wurde das angesägte Rohr im Keller entdeckt. Es wurde beschädigt und aus den Verankerungen unter der Decke gezogen – wohl, damit durch den so vergrößerten Schnitt mehr Gas ausströmen konnte. Es bildete sich im ganzen Haus ein gefährliches Gas-Luft-Gemisch, das schon durch einen unbeabsichtigten Funken jederzeit hätte explodieren können.

Gegen 11.30 Uhr wollte Bewohnerin Nicole Klicker am Freitag ein paar ihrer Sachen aus dem Haus holen. Das Gebäude steht zurzeit leer und wird renoviert. „Ich habe die Haustür geöffnet und mir wurde gleich schwindelig von dem extremen Gasgestank“, berichtete sie. Sofort forderte sie die Feuerwehr an.

Heuer ließ umgehend den Bereich vor dem Haus zwischen Lösch- und Ladeplatz, Elbstraße, Bahnhofstraße und Großer Sandberg absperren. Niemand kam mehr durch. Eine Stunde lang belüfteten die Feuerwehrleute das Haus, das bereits 1889 errichtetet wurde und in der neuen Denkmalliste für Lauenburg enthaltenen ist. Mit mehreren Messgeräten wurde drinnen und draußen das Gas-Luft-Gemisch gemessen. Eine Erkundungseinheit der Schwarzenbeker Feuerwehr unterstützte die Lauenburger Retter dabei.

Die Polizei sicherte am Tatort umgehend erste Spuren und hat die Ermittlungen aufgenommen. Das Haus gehört einem Hamburger Unternehmer, der laut Nicole Klickers schon lange nicht mehr zu erreichen sein soll.

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