„Kirche im Dialog“ in Hamburg : Für eine bessere Welt: Nordkirche will Dialog mit Nicht-Mitgliedern verstärken

Immer mehr Menschen treten aus der Kirche aus. Ende 2016 machten Kirchenmitglieder in Schleswig-Holstein 46,7 Prozent der Bevölkerung aus.
Immer mehr Menschen treten aus der Kirche aus. Ende 2016 machten Kirchenmitglieder in Schleswig-Holstein 46,7 Prozent der Bevölkerung aus.

Die Nordkirche will mit Menschen ins Gespräch kommen, die in der Kirchengemeinde aktiv, aber keine Mitglieder sind.

shz.de von
01. September 2018, 11:30 Uhr

Hamburg | Die Nordkirche baut ihre Arbeitsstelle „Kirche im Dialog“ zu einem landeskirchlichen Werk aus. Die neue Einrichtung soll am Montag in Hamburg ihre Arbeit aufnehmen.

Das Werk hat die Aufgabe, den Kontakt der Kirche zu Menschen mit säkularer Lebenshaltung zu unterstützen. „Es geht um Menschen, die nicht getauft oder nicht mehr Mitglied der Kirche sind oder eine andere Lebenshaltung haben“, erklärte Oberkirchenrat Mathias Lenz. Solche Menschen würden aber oft im Kirchenchor mitsingen, sich in Kirchbauvereinen oder in der Flüchtlingshilfe engagieren.

„Wir respektieren ihre Haltung, wollen darüber ins Gespräch kommen, damit wir uns gemeinsam vor Ort für eine bessere Welt einsetzen können“, so der Oberkirchenrat. 2017 zählte die Nordkirche 2,028 Millionen Mitglieder, rund 36.000 weniger als im Jahr zuvor. 25.700 Menschen erklärten ihren Austritt.

Die Zahl der Taufen verringerte sich um etwa 800 im Vergleich zum Vorjahr auf 16.500. Knapp 3400 Menschen wurden in die Nordkirche aufgenommen. Meist handelte es sich um Wiedereintritte. In allen drei Bundesländern sind die Mitglieder der Nordkirche inzwischen eine Minderheit. Ende 2016 machten sie in Schleswig-Holstein 46,7 Prozent der Bevölkerung aus, in Hamburg 26,3 und in Mecklenburg-Vorpommern nur 15,4 Prozent.

Bereits von 2011 bis 2016 gab es die Arbeitsstelle „Kirche im Dialog“ in Rostock. Das neue Werk in Hamburg wird von der angehenden Pastorin Emilia Handke (32) geleitet. Als Referent steht ihr der Germanist und Soziologe Dennis Bock (37) zur Seite. „Es gilt zu ergründen, in welchen Formaten das Evangelium heute so kommuniziert wird, dass es von Menschen auch außerhalb der Kirche als hilfreich für die eigene Lebensführung wahrgenommen werden kann“, sagte Handke laut einer Mitteilung der Kirche

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