Wehrführerfortbildung - Kriminalpolizei gibt Einblicke in Brandermittlungen

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06. November 2019, 16:33 Uhr

Dithmarschen (ots) -

In diesem Jahr wurden für die Wehrführerfortbildung des Kreisfeuerwehrverbandes
Dithmarschen drei Themen durch den stellvertretenden Kreiswehrführer Klaus
Vollmert ausgewählt. Für die rund 200 geschulten Feuerwehrmitglieder gab es
Interessantes zu den Themen Brandermittlung der Kriminalpolizei, Hygiene an der
Einsatzstelle und den Trinkwasserschutz bei der Entnahme von Löschwasser zu
hören.

Herr Bedey und Herr Peters (Kriminalpolizei (KriPo) Heide) informierten die
Wehrführer über ihre Arbeit an der Brandstelle. Hierbei wurde der Schwerpunkt
auf die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren und der KriPo gelegt. Aktuell
funktioniert diese nach Aussage der Beamten im Kreis Dithmarschen ausgesprochen
gut. Dabei sind die direkten Berührungspunkte zwischen den Feuerwehren und den
Beamten der KriPo im Einsatz eher gering. Deutlich wurde jedoch seitens der
Polizei betont, dass an der Brandstelle die Menschenrettung und im Nachgang die
Löscharbeiten oberste Priorität haben. Nichts des zu trotz liegt die Aufgabe der
KriPo darin, eventuelle Straftaten im Bereich von Brandstiftungen aufzudecken
und zu verfolgen. Dabei ist es für die ermittelnden Beamten von großer
Bedeutung, dass während der Löscharbeiten durch die Eisatzleitung der Feuerwehr
darauf geachtet wird, genügend Beweismaterial zu bewahren. Hier ist nicht nur
auf das Einreißen von Gebäudeteilen im Übermaß zu verzichten, sondern ebenso
darauf zu achten, dass beispielsweise Brandbeschleuniger (Bsp. in
Benzinkanistern) nicht in ihrer Position verändert oder mit Fingerabdrücken der
Feuerwehrmitglieder versehen werden. Ebenso ist das Abschalten von elektrischen
Geräten während der Löscharbeiten zu dokumentieren, um eventuelle Brandursachen
im Nachgang aufklären zu können. Auch das achtlose entsorgen von
Zigarettenstummeln an einem Einsatzort kann die Beamten der KriPo im Rahmen der
Ermittlung auf falsche Spuren lenken. Dies ist nicht nur für den Verursacher
unangenehm, sondern kostet wertvolle Ermittlungszeit. Eine große Hilfe für die
Beamten sind Fotos von den Löscharbeiten. Gerade Bilder vom Beginn der
Löscharbeiten sind für die Beamten, die in der Regel später am Einsatzort
eintreffen, von großer Wichtigkeit. Aus derartigen Bildern lassen sich oft
Brandherde und Orte der Brandentstehung herleiten. Aber Achtung! - Hiermit ist
nicht gemeint, dass jedes Feuerwehrmitglied zunächst einmal das Handy zückt und
fleißig "drauf hält"! Denn Handys haben an der Einsatzstelle nichts verloren.
Außerdem liegt die Aufgabe der Feuerwehr in der Brandbekämpfung. Es ist nicht in
dem Interesse der Wehren, das Leid von Betroffenen oder die Zerstörung anderer
Hab und Gut zu dokumentieren. Für diesen besonderen Zweck der Dokumentation
halten viele Wehren bereits Digitalkameras auf den Fahrzeugen bereit und haben
speziell ausgebildete Pressesprecher in ihren Reihen, die durch die Wehrführung
befugt sind, Bildmaterial unter Einhaltung der geltenden Regeln (Wahrung
Persönlichkeitsrechte, etc.) anzufertigen und Informationen an Medienvertreter
und die Polizei rauszugeben. Für eine optimale Zusammenarbeit wurde dem
Kreisfeuerwehrverband durch die Beamten der KriPo ein Vordruck zur Dokumentation
von Brandeinsätzen sowie eine Checkliste für die Zusammenarbeit übergeben. Diese
Dokumente können im Nachgang eines Brandeinsatzes ausgefüllt und der KriPo zur
Verfügung gestellt werden. Das Thema des Trinkwasserschutzes bei der Entnahme
von Löschwasser aus Hydranten ist das Steckenpferd von Herrn Tham (AWG). Neben
der aktuellen rechtlichen Situation erklärte Tham die Funktionsweise sogenannter
Systemtrenner, die einen Rückfluss des verunreinigten Löschwassers in das
Trinkwassersystem verhindern sollen. Oliver Stehr (Sicherheitsbeauftragter KFV
Dithm.) vermittelte die Wichtigkeit von Einsatzstellenhygiene. In vielen Wehren
seien Hygienemaßnahmen für Einsatzkräfte bisher noch nicht ernst genug
betrachtet worden, so Stehr. Das Vorhalten entsprechender Einsatzschutzkleidung
sei hier nicht ausreichend. So müsse verunreinigte und kontaminierte Kleidung im
besten Falle bereits an der Einsatzstelle gewechselt werden und auch in den
Gerätehäusern eine strikte Trennung in Schwarz-, Weißbereiche eingeführt werden,
um so eine Kontaminationsverschleppung zu vermeiden. Ein großer logistischer
Aufwand stecke hinter einer optimalen Einsatzstellenhygiene, der im Regelfall
durch kleinere Wehren nur schwer zu bewältigen ist. Dennoch wird dieses Thema
die Wehren in Dithmarschen in Zukunft zunehmend beschäftigen müssen.



Rückfragen bitte an:

Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen
Pressewart
Ole Kröger
Mobil: 01520-8538343
E-Mail: pressesprecher@kfv-hei.de
http://www.kfv-hei.de/startseite.html

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