Freiwillige Feuerwehren mit mehr Mitgliedern und neuer Führungsspitze auf Zukunftskurs

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21. April 2018, 17:33 Uhr

Kiel (ots) -

Die 1349 Freiwilligen Feuerwehren in Schleswig-Holstein sind
verlässlicher Garant für ein flächendeckendes Hilfeleistungssystem,
für dessen Erhaltung auf allen Verbands- und kommunalen Ebenen
gearbeitet werden müsse. Das betonte die stellv.
Landes-verbandsvorsitzende Ilona Dudek in ihrem Bericht zur
Landesfeuerwehrversammlung am Samstag in Reußenköge / Nordfriesland.
Die Basis dafür - auskömmliche Mitgliederzahlen - sah die stellv.
Vorsitzende als durchaus gegeben - auch wenn es vereinzelt Wehren
gebe, die unter Personalmangel leiden und Probleme bei ihrer
Tagesverfügbarkeit haben. Dennoch weist die landesweite
Mitgliederstatistik per 31.12.2017 nunmehr im vierten Jahr in Folge
einen leichten Anstieg aus. 48.913 Männer und Frauen versahen zum
Jahresende 2017 ehrenamtlichen Dienst - das sind 264 mehr als noch
ein Jahr zuvor. Mit Frank Homrich aus Wedel wählten die 152
Delegierten einen neuen Landesverbandsvorsitzenden. Homrich löst
Detlef Radtke aus Lübeck ab, der seit 2006 im Amt war - nun aber aus
gesundheitlichen Gründen nicht wieder kandidierte. In der Koogshalle
in Reußenköge sprach auch Ministerpräsident Daniel Günther erstmals
auf einer Landesfeuerwehrversammlung. Günther würdigte die
Feuerwehren im Land: "Was Sie für den Zusammenhalt in
Schleswig-Holstein leisten, ist unbezahlbar und unverzichtbar. Jede
einzelne Feuerwehr ist wichtig. Wir brauchen jede helfende Hand, in
Zukunft noch mehr als bisher. Land und Kommunen vereint der Wunsch,
dass Sie gute Arbeits- und Einsatzbedingungen haben. Daher werden wir
für 2019 und 2020 ein Sonderprogramm auflegen: Sechs Millionen Euro
stellen wir zur Verfügung, um Gemeinden bei der Erweiterung, beim
Ausbau oder Umbau von Feuerwehrhäusern unter die Arme zu greifen", so
der Ministerpräsident. Und er warb für´s Mitmachen. "Ehrenamt macht
wahnsinnig viel Spaß und am Ende profitiert maan auch persönlich
davon", sagte er. Und Landtagspräsident Klaus Schlie ergänzte, dass
gerade jetzt zur Kommunalwahl auch neue Bürgermeister und
Gemeindevertreter auf die Notwendigkeit udn Einsatzfähigkeit jeder
Feuerwehr hingewiesen werden müssen. Das sei auch eine Aufgabe der
Politik.

7132 Brände (-2629) wurden im Berichtsjahr bekämpft - darunter 622
Großbrände (-420). 21.712mal musste sogenannte Technische Hilfe, z.B.
bei Verkehrsunfällen oder Unwetterla-gen geleistet werden. Das ist
eine Steigerung um 2327 Einsätze und ist in erster Linie auf
Unwetterlagen zurückzuführen. Die Zahl der Fehlalarme sank erneut von
6046 auf 5762. Unter "Sonstige Einsätze" weist die Statistik 2817
Einsätze (-1916) aus.

Die vier Berufsfeuerwehren im Lande ergänzen die Statistik um
104.084 Rettungsdienst-Einsätze (+ 38.670), so dass die Gesamtzahl
aller Feuerwehreinsätze im Berichtsjahr 141.507 beträgt.

"Die Einsatzzahlen spiegeln auch die Notwendigkeit eines
flächendeckenden Hilfeleistungssystems mit funktionierenden
Feuerwehren wieder", so der neue Landesbrandmeister Frank Homrich,
der daher an die Kommunen als Träger des Brandschutzes appellierte
für aus-kömmliche Arbeits- und Ausstattungsbedingungen zu sorgen.
Homrich kündigte Gespräche mit Politik und Verwaltung an, um
gemeinsam alles zu unternehmen, um Feuerwehren ein-satzfähig zu
halten. In der Zusammenarbeit mit den Kreis- und
Stadtfeuerwehrverbänden versprach er einen offenen Dialog auf
Augenhöhe. Laufende Projekte wie das verstärkte Werben und auch
Halten von Mitgliedern, die Ausbildung von Konfliktlotsen und die
Integra-tion von Geflüchteten müssten unvermindert weitergeführt
werden, kündigte der neue Landesbrandmeister an.

Als quasi letzte Amtshandlung stellte der scheidende
Landesbrandmeister Detlef Radtke einen landeseinheitlichen
Feuerwehr-Dienstausweis vor, den ab sofort alle Feuerwehrangehörigen
im Land auf Antrag bekommen können. Die personifizierte Plastikkarte
beinhaltet auch einen Versicherungsnachweis für die Hanseatische
Feuerwehr-Unfallkasse Nord und die Ehrenamtskarte des Landes. Künftig
sollen zudem weitere Bonusangebote für Feuer-wehrangehörige geworben
und in die Karte implementiert werden. Die erste symbolische Karte
nahm Ministerpräsident Daniel Günther entgegen.

Gewählt wurden:

- Frank Homrich (Wedel), zum Vorsitzenden des
Landesfeuerwehrverbandes - Matthias Schütte (Eckernförde), zum
stellv. Landesverbandsvorsitzenden - Christian Albertsen (Viöl), zum
stellv. Landesverbandsvorsitzenden (ab.1.1.2019)

Im Rahmen der Versammlung wurden für Ihre Verdienste um das
Feuerwehrwesen geehrt:

- Detlef Radtke (Lübeck) Goldene Ehrennadel des Deutschen
Feuerwehrverbandes und Ehrenmitgliedschaft im Landesfeuerwehrverband
Schleswig-Holstein - Walter Gaul (Lübeck), Deutsches
Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold - Monika Radtke (Lübeck),Deutsche
Feuerwehr-Ehrenmedaille - Ilona Dudek (Kiel),
schleswig-holsteinischen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold - Jörg Taube
(Heikendorf), schleswig-holsteinisches Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold -
Andrea Witt (Tökendorf), schleswig-holsteinisches
Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber - Luey Hikmat (Gröde), Michel Schmidt
(Uelvesbüll), Jan-Peter Petersen (Ost-Langenhorn) Deutsches
Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze

Ein Foto in der Anlage: Ministerrpräsident Daniel Günther und der
scheidende Landesbrandmeister Detlef Radtke und der Nachfolger Frank
Homrich.

Weitere Fotos können gerne unter u.a. Kontakt angefordert werden.




Medien-Rückfragen bitte an:

Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein
Holger Bauer
Pressesprecher
Telefon: 0431 / 603 2195
Mobil: 0177 / 2745486
E-Mail: bauer@lfv-sh.de
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