Freiwillige Feuerwehren bauen Mitgliederzahlen aus

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27. April 2019, 17:03 Uhr

Kiel (ots) -

Die 1342 Freiwilligen Feuerwehren in Schleswig-Holstein haben
gegen den bundesweiten Trend auch im vergangenen Jahr ihre
Mitgliederzahlen ausbauen können. Per 31. Dezember versahen 49.120
Männer und Frauen ehrenamtlichen Feuerwehrdienst - 207 mehr als noch
im Vorjahr - und über 1000 mehr seit 2014. Mit dieser Erfolgsstatitik
konnte Landesbrandmeister Frank Homrich seinen ersten
Rechenschaftsbericht nach Amtsantritt im Rahmen der
Landesverbandsversammlung in Oldenburg / H. abhalten. "Diese Zahlen
zeigen trotz aller Befürchtungen durch die demografische
Entwick-lung, dass es sich lohnt, für eine Mitgliedschaft in den
Feuerwehren zu werben und dass die Feuerwehren durchaus eine
attraktive Freizeitbeschäftigung bieten", sagte Homrich vor rund 250
Delegierten und Gästen - darunter Innenminister Hans-Joachim Grote
und Landtagspräsident Klaus Schlie. Wie sehr sich die
Schleswig-Holsteiner auf "ihre" Feuerwehren verlassen können, zeigt
ein Blick in die Einsatzstatistik: 8154 Brände (Vorjahr 7132) wurden
im Be-richtsjahr bekämpft - darunter 454 Großbrände (622). 19.742mal
musste sogenannte Technische Hilfe, z.B. bei Verkehrs- oder
Gefahrgutunfällen geleistet werden. Das ist eine Verminderung von
1970 Einsätzen und ist in erster Linie auf weniger spektakuläre
Unwetterlagen zurückzuführen. Die Zahl der Fehlalarme stieg
bedauerlicherweise von 5762 auf 7651 Unter "Sonstige Einsätze" weist
die Statistik 6398 Einsätze (2817) aus. Die vier Berufsfeuerwehren im
Lande ergänzen die Statistik um 177.413 Rettungsdienst-Einsätze (+
73.329), so dass die Gesamtzahl aller Feuerwehreinsätze im
Berichtsjahr 219.358 (141.507) beträgt.

Im Schützenhof in Oldenburg sprach auch Innenminister Hans Joachim
Grote zu den Delegierten. Grote würdigte die Feuerwehren im Land:
"Was Sie für den Zusammenhalt in Schleswig-Holstein leisten, ist
unbezahlbar und unverzichtbar. Jede einzelne Feuerwehr ist wichtig."
Der Minister hatte auch eine erfreuliche Nachricht im Gepäck - eine
bisherige Versorgungslücke im Versicherungsschutz der Feuerwehren ist
nun geschlossen.

"Der Dienst in der freiwilligen Feuerwehr ist gefährlich. Leider
kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen immer wieder vor, dass
Feuerwehrangehörige bei einem Einsatz ums Leben kommen. In dieser
schrecklichen Situation müssen dann zumindest die Hinterbliebenen
ausreichend versorgt werden", so Grote und zwar unabhängig davon, ob
es sich um Eheleute handele oder ob die Partner ohne Trauschein
langjährig zusammengelebt hätten. Rein rechtlich gehörten derzeit
nichteheliche Lebenspartnerinnen oder Lebenspartner nicht zu den
versorgungsberechtigten Personen. "Eine entsprechende
Bundesratsinitiative ist derzeit leider nicht erfolgversprechend.
Deswegen wollen und werden wir zumindest eine einmalige Entschädigung
sicherstellen", so Grote. In enger Zusammenarbeit mit der
Hanseatischen Feuerwehrunfallkasse Nord (HFUK Nord) und dem
Landesfeuerwehrverband solle eine sogenannte "Partnerschutz-Kasse"
aufgebaut werden, um in solchen tragischen Fällen wenigstens eine
Einmalentschädigung in Höhe von 60.000 EUR gewährleisten zu können.

"Angesichts der Bedeutung des Ehrenamtes für unsere Feuerwehren im
Land ist dies das Mindeste, was wir den Hinterbliebenen schuldig
sind", so Grote. Großes Lob gab es dazu auch von DFV-Präsident
Hartmut Ziebs: "Da eine bundeseinheitliche Lösung derzeit nicht
möglich ist, geht Schleswig-Holstein nun einen weisen Weg", so Ziebs.

Landtagspräsident Klaus Schlie fand deutliche Worte gegen die
vereinzelt auftretenden Gewaltausbrüche gegen Einsatzkräfte. "Respekt
gegenüber denjenigen, die diesen unverzichtbaren Dienst leisten, muss
selbstverständlich sein. Gewalt ist nicht akzeptabel", so Schlie.

Wie schnell Feuerwehren auch in dieser hochtechnisierten Welt noch
an ihre Grenzen kommen, habe der Brand in der Kathedrale Notre Dame
in Paris gezeigt, so Homrich. Das zeige, dass es 100prozentige
Sicherheit nie geben könne. "Umso wichtiger ist eine auskömmliche
Personaldecke", so Homrich. "Die aktuellen Zugänge dürfen uns nicht
in Sicherheit wiegen. Lust am Ehrenamt lässt sich nicht nur mit
motivierender guter Ausstattung erreichen." Mindestens genauso
wichtig seien moderne Führungsstrukturen und bezahlbarer Wohnraum um
Abwanderungen zu minimieren und damit Tagesverfügbarkeit
sicherzustellen, mahnte der Landesbrandmeister. Hierzu seien
Führungskräfte und Kommunalpolitik gleichermaßen gefordert.

Gewählt wurde:

- Jörg Nero (Groß Kummerfeld), zum stellv.
Landesverbandsvorsitzenden

Im Rahmen der Versammlung wurden für Ihre Verdienste um das
Feuerwehrwesen geehrt:

- Michael Raddatz (Labenz) schleswig-holsteinischen
Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold und Ehrenmitgliedschaft im
Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein - Ilona Dudek (Kiel),
Ehrenmitgliedschaft im Landesfeuerwehrverband Schles-wig-Holstein -
Bernhard Hassenstein (Kiel), schleswig-holsteinisches
Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber - Claudia Zempel (Mönkeberg),
schleswig-holsteinisches Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze - Dr.
Erwin-Flaschel-Preis für vorbildliche Brandschutzerziehung: Vanessa
Steffen, FF Heidgraben & Markus Bleckmann, FF Kaltenkirchen -
Arbeiter-Samariter-Bund, LV Schleswig-Holstein: Förderschild "Partner
der Feuerwehr"

Hinweis an die Redaktionen: Bildmaterial von den Geehrten und die
entspre-chenden Laudationes können Sie am Samstag ab ca. 17 Uhr
anfordern unter der Nummer 0177 / 2745486




Medien-Rückfragen bitte an:

Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein
Holger Bauer
Pressesprecher
Telefon: 0431 / 603 2195
Mobil: 0177 / 2745486
E-Mail: bauer@lfv-sh.de
http://www.lfv-sh.de

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